Kommentar
Schluss mit Sisyphus!

Die Solothurner Kantonspolizei hob in der Region Solothurn gleich fünf illegale Hanf-Indoorplantagen aus.

Urs Mathys
Urs Mathys
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Im Juni wurden im Kanton Solothurn 5 Hanf-Indooranlagen ausgehoben.

Im Juni wurden im Kanton Solothurn 5 Hanf-Indooranlagen ausgehoben.

Kapo SO

Im Monatsrhythmus treffen sie ein, die Meldungen der Kantonspolizei über ausgehobene Hanf-Indooranlagen. Aktuell sind es gleich deren fünf. Die Anzahl der eliminierten Plantagen lässt auf eine weit höhere Dunkelziffer von Anlagen schliessen, in denen die Pflanzen behördlich unbehelligt gedeihen und das Cannabis dann via Schwarzmarkt zu den Konsumenten gelangen kann. Eine Sisyphusarbeit, um die die Strafverfolger nicht zu beneiden sind. Doch Gesetz ist nun mal Gesetz.

Die aktuelle Rechtslage kriminalisiert Cannabis-Konsumenten nicht mehr so streng wie auch schon. Die Produzenten dagegen schon, erst recht, wenn die Anlagen kommerziellen Charakter haben. Das Geschäft mit dem Rauschmittel kann tatsächlich ganz beachtliche finanzielle Dimensionen annehmen. Dimensionen die Menschen anziehen, die bereit sind, gegen mehr als nur das Betäubungsmittelgesetz zu verstossen. Dazu gehört auch der Wille, das Geschäft bei Bedarf mit allen Mitteln zu verteidigen. Der jüngste Fang – die Polizei stellte neben Hanf auch 25 Waffen sicher – spricht Bände.

Der Cannabis-Konsum ist (auch) in der Schweiz in weiten Kreisen verbreitet. Das kann man gut finden oder nicht – das illegale Geschäft mit dem verbotenen Rauschmittel wird jedenfalls immer lukrativer. Grund genug, sich der Diskussion über eine Legalisierung des Cannabis-Konsums und die Abgabe an Erwachsene via offizielle Verkaufsstellen unverkrampft zu stellen. Nicht nur käme dann kontrollierte, saubere Ware in den Verkauf – die Strafverfolger hätten auch mehr Zeit, sich auf den Kampf gegen das wirklich grosse Geschäft mit den harten Drogen zu konzentrieren. urs.mathys@azmedien.ch

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