Kommentar
Schleichende Gefahr

Der Bellacher Busbauer Hess ist gut ausgelastet. Um Kosten zu senken sind auch Auslagerungen geplant.

Franz Schaible
Franz Schaible
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Hybridbus der Firma Hess aus Bellach. (Archiv)

Hybridbus der Firma Hess aus Bellach. (Archiv)

BSU

Ohne Zweifel. Die Schweizer Wirtschaft ist unter gewaltigem Druck. Extrem mit der Weltwirtschaft verbunden, kann sich die Unternehmenswelt den globalen Entwicklungen nicht entziehen. Kriselt die Konjunktur in Europa, in Asien oder in Nordamerika – dünnen die Aufragsbücher der Exportindustrie fast ohne Zeitverzug aus. Oder wenn die Währungen schwächeln und der Franken Stärke zeigt, erodieren die Erträge rasant. Kurz: Für alle gilt es, die Kosten zu senken.

Mit diesem Druck muss auch das Bellacher Unternehmen Hess leben. Als letzter Busbauer der Schweiz (!) ist er mächtiger Konkurrenz durch ausländische Grosskonzerne ausgesetzt, es gibt in der globalisierten Welt keinen Heimatschutz mehr. Busbetreiber in unmittelbarer Nachbarschaft fahren ausländische Fahrzeuge. In diesem Umfeld behaupten sich die Bellacher bemerkenswert. Nach zwei Durstjahren sind die Auftragsbücher wieder voll, die Produktion ausgelastet. Damit das so bleibt, müssen alle Register gezogen werden. Dazu gehört auch Unangenehmes. Firmen sind gezwungen, mehr Vorprodukte im Ausland zu beschaffen oder gar Teile der Produktion dorthin auszulagern. «Es geht darum, damit den hiesigen Produktionsstandort im jetzigen Umfang erhalten zu können», bringt es Hess-Chef Alex Naef auf den Punkt. Hess ist kein Einzelfall. Laut Industrieverband Swissmem planen 18 Prozent aller Betriebe eine Teilverlagerung.

Zwar baut sich so eine zusätzliche Gefahr für den Werkplatz Schweiz auf. Einmal ausgelagert, kommen die Arbeitsplätze nicht wieder zurück. Wenn es aber damit gelingt, Bestehendes zu retten, ist das immer noch weniger schlimm, als ein Unternehmen in der Schweiz ganz zu schliessen.

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