Kommentar
Rot(h) für Fluri?

Theodor Eckert
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Kurt Fluri und Franziska Roth

Kurt Fluri und Franziska Roth

az

Haben Sie Erinnerungen an das Jahr 1993? Vage? Verständlich, es liegt auch schon sehr weit zurück. Bill Clinton wurde Nachfolger von George W. Bush (dem Senior) und er traf sich mit Yitzhak Rabin und Jassir Arafat. Beide sind längst gestorben.

Auf die Welt dagegen kam damals der französische Fussballer Paul Pogba. Er ist seit diesem Monat der teuerste Transfer der Fussballgeschichte. Aufgelöst wurde zudem die Tschechoslowakei – es entstanden die Staaten Slowakei und Tschechien.

Und ein Ereignis vor der Haustüre: Kurt Fluri wurde Stadtpräsident von Solothurn. Er ist es heute noch und er will für vier weitere Jahre am Amt festhalten.

Das gefällt längst nicht allen in der schönsten Barockstadt der Schweiz. Zu mächtig, zu eigensinnig, zu überlastet lauten die Urteile. Nur: Der Mann wurde immer wieder gewählt.

Weder einem Kandidaten seiner eigenen Partei noch seinen Kontrahenten ist es gelungen, den in diesen Tagen 61 Jahre alt werdenden Vollblutpolitiker in Bedrängnis zu bringen: Fluris Schatten beim Freisinn ist bis heute viel zu lang und bei den anderen Parteien hatte schlicht niemand den Mumm, gegen den dossierfesten und zuweilen wortgewaltigen Juristen anzutreten.

Immerhin, ein kochender Jungspund mit elektrischer Frisur konnte 2013 beachtliche 21 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

2017 dürfte die Wiederwahl für Kurt Fluri alles andere als ein Spaziergang werden. Denn nun will es die SP ernsthaft wissen: Kantonalpräsidentin Franziska Roth tritt an. Anders sind die kämpferischenAussagen der Kantonsrätin schlicht nicht zu deuten.

Gut so. Wenn schon angreifen, dann richtig. Wahlen sollten den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, auswählen zu können.