Persönlich
Resistenzen

Urs Moser
Urs Moser
Merken
Drucken
Teilen
Modell der Stadt Solothurn.

Modell der Stadt Solothurn.

Hanspeter Bärtschi

Dass die Solothurner, also die echten Stadtsolothurner, ein besonderer Menschenschlag sind, das war uns natürlich schon immer bewusst. So sprechen sie zum Beispiel von ihrer Stadt temporär als Honolulu, was ja nicht gerade um die Ecke liegt, werden auf dem Weissenstein aber vom Heimweh befallen – immanent, wenn es sich wirklich um waschechte Solothurner handelt.

Überhaupt ist dem Ur-Solothurner alles nicht Ur-Solothurnische ja zutiefst suspekt oder aber schlicht egal. Das manifestiert sich etwa im herablassenden Spott über Grenchen oder im Fall von Olten in der Neigung, dessen Existenz gleich ganz zu ignorieren.

Aber wir Nicht-Ur-Solothurner können den Ur-Solothurnern ihre Maröttchen ganz gut nachsehen, sie haben es mit ihrem Stedtli als Sitz von Regierung und Bischof ja auch nicht immer leicht. In letzter Zeit hat uns allerdings tatsächlich ein mulmiges Gefühl beschlichen. Ist es nicht nur Dünkel, haben die echten Solothurner wirklich etwas in den Genen, das sie uns überlegen und gegen äussere Einflüsse resistent macht? Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber ganz ehrlich: Es wirkt auf uns Auswärtige irgendwie ein bisschen beruhigend, dass es jetzt nach Wochen doch auch in Solothurn ein paar neue Coronafälle gegeben hat.

urs.moser@chmedia.ch