Stadtbummel Grenchen
Regierende, Biathlon und Schutzbedürftige

Da sage noch eine(r), die Fasnächtler wüssten nicht wie regieren.

André Weyermann
André Weyermann
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Stapi François Scheidegger musste zur Amtsübergabe den Verkehr regeln

Stapi François Scheidegger musste zur Amtsübergabe den Verkehr regeln

Oliver Menge

Kaum hat Obernarr Diego Kummer die Macht übernommen, den Stapi mit dem Hinweis auf Personal-Nöte auch bei der Polizei prophylaktisch zum Verkehrsdienst verdonnert, schon haben die zuständigen Gremien reagiert und einen neuen «Ober-Tschugger» gewählt. Herzlich willkommen in Grenchen, Christian Ambühl. Entschuldigen Sie bitte die etwas saloppe Formulierung, aber der Stadtbummler befindet sich eben auch bereits im Fasnachts-Modus.

Übrigens haben wir zwei mindestens ein gemeinsames Interesse: Sie waren als Aktiver Mitglied der Nationalmannschaft im Biathlon, meine Wenigkeit ist passionierter Fernseh-Biathlet. Einer hat es mir dabei besonders angetan: der dolle Ol(l)e Einar Björndalen. Sie müssen gegen oder mit ihm noch gelaufen sein, sich im Schiessen mit ihm gemessen haben. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir dereinst darüber berichten könnten.

Apropos dolle Olle: Auf ihrer Abschiedstournee beehren «Rüebli& Moos» heute Abend den Grenchner Plausch. Als absolut fetzige Party-Band sind sie genau die Richtigen, um die Stimmung anzuheizen. Ober-Pläuschler «Wisi» Wisard hat mit seinem Team wiederum ein «monschtrööses» Programm zusammengestellt. Zu viel sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Man darf sich aber freuen auf amüsante bewegte Bilder, bestandene närrische Dauerbrenner und den einen oder anderen Debütanten. Ein Hinweis für Raschentschlossene: Im «Baracoa» sind noch bis Mittag Eintrittskarten erhältlich. Sollten diese Zeilen Sie erst am Nachmittag erreichen, ist dies auch kein Grund, diesen ersten karnevalesken Höhenflug zu verpassen, denn die Abendkasse öffnet um 19 Uhr.

Grenchen hat eine humanitäre Tradition, ein Herz für Schutzbedürftige. Dies zeigt ein Blick in die Geschichtsbücher. Mit berechtigtem Stolz können wir darauf verweisen, dass wir prominente Verfolgte wie Giuseppe Mazzini, Karl Mathy, General Marian Langiewicz oder die Gebrüder Ruffini vor dem Zugriff ihrer Häscher bewahrt haben. Was für diese Protagonisten der verschiedenen Freiheitskämpfe gegolten hat, soll erst recht für die weit weniger bekannten Männer, die aus Kriegsgebieten vertrieben wurden, gelten. Der Stadtbummler freut sich, dass die Aushängeschilder unserer Regierungen das auch so sehen, haben doch Stapi wie Obernarr sozusagen in Personalunion unmissverständlich Stellung bezogen: «Denn ig weiss, d’Gränchner hei es grosses Härz/U löh aui Bedürftige nid ällei mit ihrem Schmärz/ Die Lüt sueche z’Gränche doch dr Fride/Möchte ihres Glück nöi cho schmide.»

In diesem Sinne: «Heid e schön-monschtröösi Fasnacht!»