Rüttener Fahrende
Recht auf Standplatz

Familie Huber, Fahrende, räumt auf Begehren der Grundbesitzerin nach 28 Jahren ihren Standplatz.

Urs Byland
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Charles Huber senior und Gabriela Huber nur wenige Tage vor dem Abtransport. Das Haus steht nun nicht mehr in Rüttenen. (Archiv)

Charles Huber senior und Gabriela Huber nur wenige Tage vor dem Abtransport. Das Haus steht nun nicht mehr in Rüttenen. (Archiv)

Urs Byland

Der Standplatz im Rüttener Wald ist Geschichte. Die Bürgergemeinde Solothurn hat Geduld bewiesen mit Fristverlängerungen für die Fahrenden. Die Bürgergemeinde müsse aber auch Mut beweisen, so der Bürgerpräsident Sergio Wyniger vorausschauend in den letzten Bürgernews, und die aufgegleiste Wegweisung der Fahrenden durchziehen.

Weshalb der Bürgerpräsident von Mut spricht, ist klar: mit dem Beharren auf der Räumung des illegal beanspruchten Grundstückes erfährt der besondere, gesetzlich geschützte Lebensstil einer Minderheit eine Schwächung. Die Bürgergemeinde spürt nicht nur die Vertreter dieser Minderheit im Nacken, sondern auch einen grossen Teil der Bevölkerung, der nicht versteht, warum die Fahrenden nicht bleiben können. Ebenso gross aber dürfte der Bevölkerungsanteil sein, welcher das Vorgehen der Bürgergemeinde unterstützt.

Die vielen Emotionen wären niemals aufgekommen, wenn der Kanton die Vorgaben richtig umgesetzt hätte. Das Bundesgericht anerkannte 2003 das Recht der Fahrenden auf angemessene Standplätze. Das Leben in einem Wohnwagen ist integraler Bestandteil der Identität der Fahrenden, wozu auch die verschiedenen Formen des temporären Aufenthalts gehören.

Der Kanton hat für Hubers einen Standplatz im Schachen in Flumenthal eingerichtet, der mit einer Hochspannungsleitung und einer Autobahn in nächster Nähe als lebensfeindlich einzustufen ist. Der Kanton muss dem Gesetz endlich folgen und einen zumutbaren Standplatz einrichten.

urs.byland@azmedien.ch

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