Grenchner Zentrum
Nur nicht zu lange studieren

Im Zentrum Grenchens wird geplant und geplant. Hoffentlich nicht so viel, dass Investoren die Lust vergeht.

Andreas Toggweiler
Andreas Toggweiler
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Die Stadt möchte das ganze Gebiet, inklusive Garage und Odeon-Gebäude, in die Planung einbeziehen.

Die Stadt möchte das ganze Gebiet, inklusive Garage und Odeon-Gebäude, in die Planung einbeziehen.

Oliver Menge

Es ist schon seltsam. Da kauft einer nach Jahren das marode EPA-Gebäude, möbelt es mit Luxus-Apartments auf und verkauft es mit Gewinn. Doch, statt froh zu sein, dass in Grenchen Liegenschaften saniert werden und endlich wieder steigende Preise erzielen, wird der Sanierer jetzt als Spekulant verschrien. Dabei sollte Grenchen sich besser freuen, dass sich nun auch im Zentrum etwas tut. Es existieren sogar seit einigen Monaten Ideen, wie der EPA-Parkplatz überbaut werden könnte.

Hintergrund der Entwicklung ist nicht zuletzt die Nullzinspolitik der Nationalbank. Sie lässt den Investoren keine Wahl. Es müssen Renditeliegenschaften her. Das ist nachvollziehbar und die zahlreichen Baulücken in Grenchens Zentrum wirken da wie eine Einladung.

Dass die Stadt versucht, diese Entwicklung planerisch zu beeinflussen, ist ebenfalls begreiflich. Allerdings ist sie in diesem Gebiet ziemlich spät dran. Hoffentlich nicht zu spät. Denn jahrelang wäre Zeit gewesen, über das Areal bis zur Kapellstrasse Überlegungen anzustellen. Warum lanciert man Architekturstudien erst jetzt, wo ein Investor schon mit einer Idee kommt?

Das ist kein gutes Signal. Der landesweite Bauboom ist bereits am Abflachen und die Stadt signalisiert gleichzeitig, wir nehmen gerne Dein Geld, möchten jetzt aber mit den Abklärungen beginnen, was Du damit machen darfst.

Das ist, mit Verlaub, riskant. Der Gemeinderat hebt zurzeit laufend Gestaltungspläne aus den 70er-Jahren auf und lockert damit nach Jahrzehnten die baulichen Korsetts. Doch an diesem zentralen Bauplatz macht sich die Stadt gerade daran, ein neues zu schnüren.

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