Kommentar
Nur die unsichtbare Hand reicht nicht

Andreas Kaufmann über die Sozialkosten Solothurns.

Andreas Kaufmann
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Solothurn schloss 2014 mit einer Viertelmillion weniger Ausgaben als 2013 ab. Die Zahl unterstützter Personen hat aber nicht ab-, sondern sogar zugenommen. (Symbolbild)

Solothurn schloss 2014 mit einer Viertelmillion weniger Ausgaben als 2013 ab. Die Zahl unterstützter Personen hat aber nicht ab-, sondern sogar zugenommen. (Symbolbild)

bz Basellandschaftliche Zeitung

Findet sich der Begriff Sozialkosten in einer Schlagzeile, so meistens nicht in einem positiven Kontext: Landauf, landab nehmen die Ausgaben im Sozialbereich zu. Auch in der Region beklagen viele Gemeinden die fremdbestimmte Belastung und den schwindenden Spielraum in Budgetfragen. Erfrischende Ausnahme bildet die Stadt Solothurn: 2014 schloss sie mit einer Viertelmillion weniger Ausgaben als 2013 ab. Noch erstaunlicher: Die Zahl unterstützter Personen hat nicht ab-, sondern sogar zugenommen.

Einerseits ist Solothurn mit Vorzügen «gesegnet», die diese Entwicklung erklären könnten: Die spezifische Alterspyramide sorgt für einen geringeren Anteil an Sozialhilfebezügern. Zudem können es sich gerade Menschen in prekären Verhältnissen weniger leisten, im engen städtischen Wohnungsmarkt etwas Günstiges zu finden.

Doch nur von der unsichtbaren Hand Gottes geleitet geht es auch im gesegneten Solothurn nicht: Gerade bei der Aufnahme neuer Fälle verfolgen die Sozialen Dienste, wie Leiterin Domenika Senti ausführt, zwei Grundsätze: eine speditive Abwicklung und dabei doch gründlich und professionell. Nach dem Subsidiaritätsprinzip werden andere Quellen wie Versicherungen oder Behörden eruiert, die die Kosten mittragen. Oder wie die geplante Asylunterkunft in der Weststadt zeigt: Man setzt auf geschulte Freiwillige, statt auf kostspielige externe Sozialdienstleister. Im Sozialen darüber hinaus sparen zu wollen, wie es das defizitäre Budget nahelegen könnte, wäre in Solothurn allerdings wenig konstruktiv. Denn der Spargedanke ist längst bei den Sozialen Diensten angekommen.