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Lotterie mit dem Fonds

«Im Falle eines Falles, bezahlt der Lotteriefonds wirklich alles.»

Urs Mathys
Urs Mathys
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«Im Falle eines Falles, bezahlt der Lotteriefonds wirklich alles.» Dies ist im Kanton Solothurn eine alte Binsenwahrheit. Nicht immer heiligt der Zweck die vom Regierungsrat grosszügig abgesegneten Mittel.

Nicht so in diesem Fall: Für eine «CD-Anschaffung» hat die Solothurner Exekutive jüngst per Regierungsratsbeschluss Nr. 2015/1860 einen Betrag von 651 Franken zu Lasten des Lotteriefonds ausgeben lassen.

Der Beschluss ermächtigt die Staatskanzlei, «zu Geschenkzwecken» 30 CD zu erwerben. Das ergibt dann nach Adam Riese den Stückpreis pro Scheibe von bescheidenen 21.7o Franken.

Es ist nicht offiziell überliefert, an wen die Tonträger in Zukunft verschenkt werden: An offizielle Delegationen aus China vielleicht? An den jeweiligen Kantonsratspräsidenten?

Oder an die Chefs von neuangesiedelten multinationalen Firmen wie Biogen? Wie auch immer.

Der per regierungsrätlichem CD-Ankauf gleichsam geadelte Musiker ist schliesslich nicht irgendwer: Weder ein spätpubertierender Altrocker noch ein hoffnungsvoll rappendes Jungtalent, sondern ... der Solothurner Troubadour und Liedermacher Roli Heim – als Roland Heim auch als Finanzdirektor des Kantons Solothurn bekannt. urs.mathys@schweizamsonntag.ch

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