Recherswil
Lohn ist auch Wertschätzung

Die Gemeindeversammlung von Recherswil hat entschieden, dass das Amt des Gemeindepräsidenten ein Nebenamt bleibt.

Rahel Meier
Rahel Meier
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Das Gemeindehaus von Recherswil in der die Gemeindeverwaltung ist.

Das Gemeindehaus von Recherswil in der die Gemeindeverwaltung ist.

Urs Byland

«Es geht hier nicht um eine Person, sondern um einen demokratischen Entscheid. Wie soll die Gemeinde in Zukunft geführt werden. Wollen wir einen Präsidenten, der angestellt ist, oder einen Politiker, der die Gemeinde im Nebenamt führt.» Mit dieser Aussage zielt FDP-Parteipräsident Jörg Aebischer, entgegen dem was er sagt, aber doch auf eine Person: Den heutigen Gemeindepräsidenten Hardy Jäggi. Und man kann die Aussage durchaus auch so verstehen, dass man mit der Arbeit Jäggis unzufrieden ist.

Hardy Jäggi ist selbstständigerwerbend und das Entgelt für das Gemeindepräsidium ist durchaus ein Teil seines Lebensunterhaltes. Wer Hardy Jäggi kennt, weiss aber auch, dass er mit viel Herzblut und Engagement in und für die Region und Recherswil arbeitet.

Der Entscheid, das Gemeindepräsidium in Recherswil auch künftig im Nebenamt zu führen, mag als politisches Signal richtig sein. Das Pensum aber gleichzeitig von heute 20 auf neu 32 bis 37 Prozent festzulegen, ist fragwürdig. Ein solches Pensum kann im Nebenamt kaum mehr bewältigt werden. Die Entschädigung des Gemeindepräsidenten ist zudem nicht nur einfach ein Lohn. Sie drückt auch die Wertschätzung der Arbeit aus, die er macht. So gesehen, hat der Souverän in Recherswil das falsche Signal ausgesendet. Nicht nur Jäggi, sondern auch potenzielle Nachfolger werden sich genau überlegen, ob es sich lohnt, unter solchen Bedingungen zu arbeiten.

rahel.meier@schweizamwochenende.ch