Kommentar
Lehrplan-Gegner entlarven sich

Diese Woche startete die Debatte zur Volksinitiative «Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21»

Elisabeth Seifert
Elisabeth Seifert
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Der Regierungsrat hat den Stimmbürgern eine Ablehnung der Volksinitiative empfohlen.

Der Regierungsrat hat den Stimmbürgern eine Ablehnung der Volksinitiative empfohlen.

Sandra Ardizzone

Der Regierungsrat empfiehlt den Solothurner Stimmbürgern eine Ablehnung der Volksinitiative «Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21». Das war so zu erwarten. In den letzten Monaten haben die meisten Deutschschweizer Kantone, auch der Kanton Solothurn, die Einführung des harmonisierten Lehrplans beschlossen.

Das Hauptargument: Wenn der Lehrplan 21 nicht umgesetzt wird, dann ist das ein Verstoss gegen den Volkswillen. Zweimal haben sich die Solothurner für eine Harmonisierung der Bildungsziele respektive einen sprachregionalen Lehrplan ausgesprochen. 2006 mit einem Ja zum Bildungsrahmenartikel und 2010 mit dem Beitritt zum Harmos-Konkordat.

Der Lehrplan 21 ist der sprachregionale Lehrplan der Deutschschweiz. Es gibt keine alternativen harmonisierten Lehrpläne und es wird auch künftig keine geben. Der Lehrplan 21 ist in einem mehrjährigen, aufwendigen Prozess entstanden. Auch die Öffentlichkeit hat im Rahmen von Vernehmlassungen mitgearbeitet, was zu einer Reihe von Verbesserungen geführt hat.

Selbst die Gegner scheinen nicht daran zu glauben, dass es eine Alternative gibt. Sie lehnen den scheinbar schädlichen Lehrplan 21 ab, ohne eine konkrete Vorstellung davon zu haben, wie ein in ihren Augen guter harmonisierter Lehrplan zustande kommen sollte.

Im Gegenteil: Das Solothurner Initiativkomitee geisselt kantonsübergreifende Bemühungen als «zentralistisch» und «planwirtschaftlich». Sie setzen ganz auf einen überarbeiteten Solothurner Lehrplan. Damit aber bleibt die geforderte Harmonisierung auf der Strecke.