Abstimmung
Längere Öffnungszeiten? «Brauchen wir nicht»

Die Solothurner haben ihrem strukturkonservativen Ruf Ehre gemacht und längere Öffnungszeiten abgelehnt: «Das brauchen wir nicht», dürfte vielerorts das Motto gewesen sein – gemischt mit dem Versuch, eine heile Welt zu bewahren.

Lucien Fluri
Lucien Fluri
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Das Solothurner Stimmvolk sagte Nein zu längeren Öffnungszeiten. (Symbolbild)

Das Solothurner Stimmvolk sagte Nein zu längeren Öffnungszeiten. (Symbolbild)

Keystone

Für die kleinen und gegen die grossen Läden, gegen die 24-Stunden-Gesellschaft und gegen Verschlechterungen für das Verkaufspersonal. Nicht einmal die Städte sagten Ja.

Ein wenig mehr Mut hätte gut getan. Diesen hatte das Dorneck, das als einziger Bezirk liberal stimmte. Vielleicht spürt die Grenzregion den Einkaufstourismus stärker. Vielleicht haben die Dornecker auch einfach im nahen Basel gesehen: Auch wenn Läden bis 20 Uhr öffnen dürfen, tun das längst nicht alle. Es rentiert nicht.

Dass die kleinen Läden mit dem gestrigen Entscheid geschützt werden, wie das SP und CVP in ihren Abstimmungskommentaren erklärten, dürfte eine Haltung mit nicht allzu langer Halbwertszeit sein. Preis- und Konkurrenzdruck – mit Auswirkungen aufs Personal – werden nicht abnehmen. Und das veränderte Konsumverhalten insbesondere jüngerer Generationen wird stärker spürbar sein. Überhaupt: Entkommen werden die Solothurner dem Thema nicht lange: Bald könnte eine nationale Vorlage auf den Tisch kommen. Vorerst aber gilt noch: «Das brauchen wir nicht.» Und falls doch, dann gibt es da ja noch die Tankstelle oder den Nachbarkanton.

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