Stadtpräsidium
Kurt Fluri, gejagter Dauerläufer

Kurt Fluri wird als Solothurner Stadtpräsident herausgefordert. Diesmal ernsthafter.

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Kurt Fluri wird von Franziska Roth herausgefordert.

Kurt Fluri wird von Franziska Roth herausgefordert.

az

Nach den in Kürze anstehenden kantonalen Wahlen kommen wir später im Jahr in den Genuss einer weiteren Polit-Delikatesse: die Stadtpräsidiumswahl Solothurn. Der entscheidende Pflock wurde diese Woche eingeschlagen: Die Kantonalpräsidentin der Sozialdemokraten ist der Ansicht, dass der Amtsinhaber der FDP seinen Sessel nun räumen soll. Zu lange sitze er schon darauf – allerdings zu selten während der Bürozeiten seiner Mitarbeiter. Von einem fälligen Gezeitenwechsel spricht Franziska Roth. Das Kommen und Gehen von Ebbe und Flut am Meeresstrand mag faszinierend sein, ob am Jurasüdfuss ein festverankerter Kurt Fluri damit weichgespült werden kann, ist eine andere Frage. Zumal noch zu definieren wäre, wer von den beiden für Ebbe und wer für Flut steht.

Blende die Vergangenheit nicht aus und du verstehst die Zukunft besser, lautet eine japanische Weisheit. Erinnern wir uns also, wie 2013 am Stuhl des bereits 1993 erstmals gewählten Amtsinhabers gesägt oder zumindest geritzt wurde. Ein politisch völlig unbefleckter Jungspund schaffte es doch tatsächlich, 854 Stimmen zu holen. Gleichzeitig wurden 336 blanke Wahlzettel eingeworfen. Für Fluri votierten 2071 Wählerinnen und Wähler. Vorbehaltlose Unterstützung sieht anders aus. Inzwischen sind vier weitere Jahre ins Land gezogen. Fluri hat zwar während dieser Zeit als Nationalrat in Bundesbern auffällig gepunktet – an der allgemeinen Einschätzung, was seine Rolle als Stadtpräsident anbelangt, hat sich jedoch wenig geändert. Ein Unterschied zu 2013 dagegen ist markant: Diesmal will es eine kämpferisch disponierte Vertreterin einer Bundesratspartei wissen.

theodor.eckert@azmedien.ch

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