Kommentar
Kontroverse zur rechten Zeit

Balz Bruder
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Die Innendirektorin Susanne Schaffner kriegt momentan den Daumen hoch. (Archivbild)

Die Innendirektorin Susanne Schaffner kriegt momentan den Daumen hoch. (Archivbild)

Michel Luethi

Ist es nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen, wenn sich die politischen Wettbewerber wieder zu beharken beginnen? Eindeutig ein gutes. Jedenfalls wäre es höchst alarmierend, der oberste Gewerkschafter im Kanton und die Spitzen der Wirtschaftsverbände sängen gemeinsame das Hohelied auf ein millionenschweres Solothurner Konjunkturprogramm.

Und es wäre auch etwas irritierend, wenn nun in Zeichen von Krise und Notrecht Kritik am Wirken von Regierung und einzelnen Departementsvorstehern plötzlich auch nicht mehr erlaubt wäre. Selbst wenn die ostentative Belobigung des Wirkens der «eigenen» Innendirektorin Susanne Schaffner und das demonstrative Daumen-runter für die grüne Volkswirtschaftsdirektorin durch den Gewerkschaftsbund-Präsidenten etwas von einer nicht ganz wohlfeilen Abrechnung hat. Denn letztlich entscheidet immer noch der Gesamtregierungsrat. Oder haben wir da etwas verpasst?

Bei allen ideologischen Differenzen, parteipolitischen Präferenzen und persönlichen Animositäten: Wichtig ist, dass sich die Sozialpartner nun nicht in Platzhirsch-Manier um jeden Quadratzentimeter Deutungshoheit streiten, sondern das gemeinsame Ziel für den Werk- und Arbeitsplatz nicht aus den Augen verlieren. In diesem Punkt ist dem obersten Solothurner Gewerkschafter beizupflichten: Es ist günstiger, Schäden tunlichst zu vermeiden, als die Schäden und ihre teuren Folgen zu reparieren.

balz.bruder@chmedia.ch

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