Kommentar
Wir trauen der Lage nicht

Balz Bruder
Balz Bruder
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Britta Gut

Gerade überwältigend war es nicht, was der Bundesrat Ende vergangener Woche in die Konsultation schickte. Die Zahlen, die den Spielraum für weitere Öffnungsschritte in der Pandemie bestimmen, sind zu wenig gut, um dem Lockdown ein Ende zu bereiten. Und so erstaunt es nicht, dass auch die Solothurner Regierung den vorsichtigen Kurs unterstützt.

Alles andere wäre eine Überraschung gewesen. Über die wenig ermutigenden epidemiologischen Fakten hinaus vor allem auch angesichts der Tatsache, dass weder bei der Impfung noch bei der Testung Werte erreicht werden, die eine nachhaltige Verbesserung der Situation versprechen. Darin liegt denn auch das eigentlich Unverständliche. Weshalb es der Bund bei diesen beiden Schlüsselfaktoren partout nicht auf die Reihe kriegt, bleibt ein Rätsel. Da nützen auch die mantrahaft vorgetragenen gegenteiligen Beteuerungen nichts.

Und es kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Auch wenn es so wäre, dass die Restaurants ab der kommenden Woche ihre Innenräume öffnen könnten, so wäre es angesichts der verbreiteten Verunsicherung im Publikum wohl doch so, dass die Lokale kaum überrannt würden. So wie es in vielen Läden auch sehr ruhig ist. Wir trauen der Lage schlicht und ergreifend nicht über den Weg.

balz.bruder@chmedia.ch