BKW AG
Kleinlich

Kommentar zum Kaufangebot der BKW AG.

Franz Schaible
Franz Schaible
Drucken
Teilen
Die BKW AG macht den AEK- Kleinaktionären ein Kaufangebot. Ungenügend, sagen diese.

Die BKW AG macht den AEK- Kleinaktionären ein Kaufangebot. Ungenügend, sagen diese.

Hanspeter Bärtschi

Stolze 37 350 Franken blätterte die Berner BKW AG für eine Aktie der Solothurner AEK Energie AG auf den Tisch. Stolz deshalb, weil der auf der OTC-X-Plattform gehandelte Titel vor der im Dezember 2015 publik gewordenen Verkaufsabsicht der Alpiq für ihr 39-Prozent-Paket deutlich unter 30 000 Franken gehandelt wurde.

Im bezahlten Preis sei eine Prämie für die Übernahme der einfachen und qualifizierten Aktienmehrheit beinhaltet, lautet die Begründung. So weit, so gut. Aber die Einzelaktionäre, welche zusammen noch 6,8 Prozent des AEK-Kapitals halten, haben das Nachsehen.

Denn sie sollen nicht mehr in den vollen Genuss dieser Prämie kommen und deshalb «nur» noch 30 000 Franken je Titel erhalten. Das ist zwar immer noch ein guter Preis und alles ist rechtens. Aber ...

  • Trotzdem: Es ist nachvollziehbar, dass sich die «Restaktionäre» als nicht ganz ernst genommene Eignergruppe fühlen. Dabei handelt es sich in der Regel nicht um kurzfristig handelnde Börsenspekulanten, die den raschen Gewinn suchen. Sie sind teilweise seit Jahrzehnten dem traditionsreichen Solothurner Versorger verbunden. Das zeigt auch ein Blick in die Handelsstatistik auf der Börsenplattform. Seit Jahren haben jeweils nur vereinzelt AEK-Titel die Hand gewechselt.
  • Trotzdem: Das Verhalten der BKW ist kleinlich. Denn bei einer Gleichbehandlung aller Aktionäre müsste der Energiekonzern für die 408 restlichen Aktien rund 3 Millionen Franken mehr bezahlen. Angesichts des Kaufpreises für das im Sommer erworbene Paket von 120 Millionen Franken durchaus zumutbar.

Aktuelle Nachrichten