Kommentar
Keine Spassverderber im Gemeinderat

In Grenchen kommt es morgen an der Spitze der grössten bürgerlichen Partei zu einem Wechsel.

Andreas Toggweiler
Andreas Toggweiler
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Kantonsrat Alexander Kohli gibt sein Amt als FDP-Präsident nach acht Jahren ab. Sein zweifellos grösster Erfolg war das Schmieden einer bürgerlichen Allianz für einen erfolgreichen Wechsel im Stadtpräsidium.

Die Politik in Grenchen hat sich seither spürbar entspannt. Dennoch kommt es nach wie vor gelegentlich zu verbalen Entgleisungen im Gemeinderat, auf welche Angeschossene reflexartig reagieren und sofort ebenfalls zum Zweihänder greifen. Oder sie inszenieren Strafaktionen, bei denen Unbeteiligte unter die Räder kommen.

Dies hinterlässt einen unbeholfenen und unprofessionellen Eindruck. Der neue FDP-Präsident wird deshalb eine mehrfache Aufgabe haben: Als Leader im bürgerlichen Bündnis sollte er dafür sorgen, dass dieses gelassener auf (echte) Provokationen von Einzelmasken reagiert. Gleichzeitig sollte man auch nicht hinter jeder Aktion des politischen Gegners eine Intrige vermuten. Der Grenchner Gemeinderat muss wieder lernen, mit guten Sachargumenten zu «fighten». Denn der Ratsvorsitzende sorgt inzwischen dafür, dass man einander ausreden lässt.

Es ist schon klar: Nicht jeder ist ein Cicero. Fraktionschefs und Parteipräsidenten sollten aber massgeblich dafür sorgen, dass konstruktive Impulse die Oberhand behalten, Selbstdarsteller in Schranken gewiesen werden und Argumente für einen gesunden politischen Wettkampf in ausreichendem Masse zur Verfügung stehen. Die Ratsmitglieder müssen sie natürlich auch nutzen. So wird Politik wieder allen Spass machen.