Attisholz Nord
Kein Tabula rasa

Die Immobiliengesellschaft Halter kauft das Gelände der alten Zellulosefabrik in Riedholz.

Christof Ramser
Christof Ramser
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Markus Mettler, Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Halter AG, auf dem Areal Attisholz Nord.

Markus Mettler, Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Halter AG, auf dem Areal Attisholz Nord.

Hanspeter Bärtschi

Es wird noch viele Jahre dauern, bis das «nachhaltige Generationenprojekt» verwirklich ist, von dem die neuen Eigentümer des Attisholz-Nordareals sprechen. Die jahrzehntelange Zelluloseproduktion hat zwischen Luterbach und Riedholz eine belastete Industriebrache hinterlassen, deren Spuren nicht so rasch getilgt werden können. Neben dem sichtbaren Teil mit den riesigen Gebäuden dräut unter dem Boden ein unerwünschtes Erbe. Die Erde ist mit Schwermetallen belastet und muss saniert werden. Es wird kein Tabula rasa geben im Attisholz. Die Entwicklung des Areals braucht vor allem eines: viel Zeit.

Eine schnelle Rendite wird im Attisholz Nord nicht zu machen sein. Entsprechend lange dauerte die Käufersuche der Attisholz Infra AG. Denn mit dem Erwerb verpflichtet sich die gestern vorgestellte neue Eigentümerin, die Zürcher Immobiliengesellschaft Halter, die Sanierung der belasteten Böden zu bezahlen. Vom Kanton Solothurn kann sie keine finanzielle Unterstützung erwarten. Eine weitere Unsicherheit liegt in der Erschliessung des abgelegenen Geländes. Dieses muss an Leitungen, Strassen und den öffentlichen Verkehr angebunden werden.

Dass sich die Investition für die neue Besitzerin dennoch auszahlen könnte, liegt an der Entwicklung auf der anderen Seite der Aare. Im Eiltempo wird dort gegenwärtig die Biogen-Produktionsanlage hochgezogen. Der Biotech-Riese benötigt neben Fachleuten auch weniger qualifizierte Arbeitskräfte und könnte weitere Firmenansiedlungen ermöglichen. Ohne diesen Neubau würde das Attisholz Nord wohl noch lange vor sich hindämmern. Die milliardenschwere Ansiedlung bietet eine Sicherheit, dass vis-à-vis ein lebendiges Quartier mit Wohnungen und Arbeitsplätzen entstehen kann. All dies sind gute Voraussetzungen, dass die «Perle an der Aare» dereinst wirklich glänzen wird.

christof.ramser@azmedien.ch