Kommentar
Kamikaze-Qualität

Als Nationalrat kämpfte er erfolgreich für die Minarett-Initiative und gegen die 100-Franken-Vignette. Und weil ein Sieger keine Angst hat vor einer (erneuten) Niederlage, will Walter Wobmann im Oktober 2015 auch wieder für den Ständerat kandidieren.

Urs Mathys
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Walter Wobmann: Bereit für den Umzug ins Stöckli.

Walter Wobmann: Bereit für den Umzug ins Stöckli.

Hanspeter Bärtschi

Walter Wobmanns erster Anlauf war 2011 schon im ersten Wahlgang klar gescheitert. Echte Chancen mit Wobmann rechnet sich die SVP offensichtlich auch fürs nächste Antreten nicht wirklich aus. Es gehe darum, dass das Volk eine Auswahl habe, heisst es in einer Medienmitteilung.

Dort versichert die SVP weiter, dass sich ihre Kandidatur «weder gegen den amtierenden CVP-, noch gegen den amtierenden SP-Vertreter des Kantons im Ständerat richtet.» Das tönt herzallerliebst. Ja – für SVP-Verhältnisse – schon fast devot. Dabei ist es doch die SVP, die an der Politik der beiden «linken und netten» Ständeräte Zanetti (SP) und Bischof (CVP) keinen guten Faden lässt – geschweige denn an deren Parteien.

Keine Angst: SVP-Hardliner Wobmann wird im Ständeratswahlkampf dann schon die Zähne zeigen und die wahren Werte der Partei zum Ausdruck bringen. Er wird gerade deswegen zwar keinen Bisherigen aus dem Stöckli kippen können – aber er wird dafür sorgen, dass man von seiner Partei und deren Politik spricht. Dies, und nur dies kann der Sinn einer aussichtslos erscheinenden Kampfkandidatur sein. Kein Wunder, dass sich – neben der SVP – auch die Freisinnigen zu einer solchen entschlossen haben. Doch der FDP fehlt noch, was die SVP schon hat: Ein(e) Kandidat(in) mit Kamikaze-Qualitäten.