Weissensteintunnel
Jetzt kommt der Hammer

Die Finanzprüfer des Bundes befürchten beim Weissensteintunnel ein Millionen-Desaster.

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Wird im Weissensteintunnel Geld verlocht?

Wird im Weissensteintunnel Geld verlocht?

Hanspeter Bärtschi

Solothurner Politiker und Touristiker haben wie die Löwen gegen den weiteren Zerfall des Weissensteintunnels und für den Erhalt der Jura querenden Bahnlinie gekämpft. Letztlich mit Erfolg. Die frohe Kunde wurde in unserer Region mit grosser Erleichterung aufgenommen. Dass kaum ein Mensch vor oder hinter dem Berg gegen eine Sanierung der
3,7 Kilometer langen Tunnelröhre für letztlich bloss noch 85 Millionen Franken war, ist naheliegend. Ob man die Linie zwischen Solothurn und Moutier selber schon mal benutzt hatte oder es in Zukunft möglicherweise je tun würde, musste glücklicherweise niemand belegen. Wie auch immer, hier geht es um regionalpolitische Überlegungen und touristische Perspektiven.

Weit weniger euphorische Töne waren von Verkehrsexperten ohne regionalen Bezug zu hören. Sie sprachen von einem exemplarischen Ringen um eine defizitäre Regionalbahn ohne Zukunft. Womit wir beim lieben Geld wären. Denn jetzt kommt der Hammer. Geschwungen wird er von der Eidgenössischen Finanzkontrolle: Sie verweist darauf, dass der Bund seine Mittel gefälligst wirksam und nach wirtschaftlichen Kriterien einzusetzen habe. Doch dies sei im Fall des Weissensteintunnels mit seinem grenzwertigen Kostendeckungsgrad nicht der Fall. Der Direktor der Finanzkontrolle geht noch einen Schritt weiter und fordert gar eine politische Neubeurteilung des Geschäfts. Nun, soweit wird es nicht kommen. Die Botschaft aus Bern ist jedoch angekommen. Sowohl die Tunnelpromotoren als auch die Verkehrsteilnehmer haben es in der Hand, dass das vorausgesagte Millionen-Desaster nicht Wirklichkeit wird.

theodor.eckert@azmedien.ch