Schulleitung Grenchen
Happy End oder Scherbenhaufen?

Hubert Bläsi ist der neue Gesamtschulleiter in Grenchen. Der Wahlprozess verlief jedoch holprig.

Andreas Toggweiler
Andreas Toggweiler
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Der Gesamtschulleiter soll als Repräsentant, als Vorgesetzter der Schulleitungen und Gesicht der Schule fungieren. uby

Der Gesamtschulleiter soll als Repräsentant, als Vorgesetzter der Schulleitungen und Gesicht der Schule fungieren. uby

Die Zangengeburt Schulleitungsreform in Grenchen ist weitherum ziemlich einzigartig. Ein Projekt notabene, nicht gerade für die Kulisse, aber doch eines, das ausser dem Organigramm relativ wenig verändert, hat zu einem jahrelangen Seilziehen mit unzähligen Besprechungen, Sitzungen, Bergen von Papier, einem externen Berater und jeder Menge politischem Schlagabtausch geführt.

Auf dem Buckel der Schulleitungsreform wurden politische Stellvertreterkriege geführt und persönliche Animositäten ausgetragen. Kurz: es wurde intrigiert wie Grenchen leibt und lebt. Und dennoch hoffte man nach dem klaren Ja der Gemeindeversammlung auf ein Happy End, das sich damit dann doch noch abzeichnete. Doch zuletzt noch dieser kapitale Fehler: Statt eine externe Stelle mit der Rekrutierung eines Gesamtschulleiters zu beauftragen, wollte die Politik auch hier mitmischen, was angesichts des politisch aufgeladenen Dossiers nicht gut kommen konnte.

Was jetzt? Grenchen hat endlich seinen Gesamtschulleiter. Das stimmt an sich versöhnlich, so holprig der Wahlprozess an sich abgelaufen ist. Ein Schuldirektor aus Grenchen, der Land und Leute kennt und aus der Praxis kommt, ist sicher ein Pluspunkt. Doch Hubert Bläsi muss sich vorsehen. Der «Pluspunkt» kann auch ein Nachteil sein. Kann jemand, der jahrzehntelang Teil des Systems war, Probleme noch erkennen und auch anpacken? Zudem muss Bläsi rasch ein virulentes Autoritätsproblem lösen. Denn die Grenchner Schulleiter möchten offenbar nach wie vor keinen Chef. Und noch schlimmer: vor allem nicht ihn als Chef. Das sind alles andere als ideale Voraussetzungen, um diesen Posten anzutreten.

andreas.toggweiler@azmedien.ch