Persönlich
Haarsträubend

Beachten sie den Teil «Leben und Wissen» und Sie wissen mehr über das Leben anderer.

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Unter dem Motto «Let it grow, let it glow» lassen junge Frauen ihre Achselhaare wachsen und färben sie.

Unter dem Motto «Let it grow, let it glow» lassen junge Frauen ihre Achselhaare wachsen und färben sie.

HO/NYT

Haben Sie auf «Leben & Wissen» innegehalten, gar einige Zeilen gelesen? Wenn nicht, sollte dieses Ignorieren Ihr künftiges Dasein nicht weiter tangieren. Obwohl, wenn ich es mir jetzt nochmals durch den Kopf gehen lasse, könnte es doch der Fall sein. Klicken Sie also besser nochmal drauf und Sie erfahren: Frauen wollen sich a) die Achselhaare nicht mehr ständig entfernen und b) wird dieser Wildwuchs nun noch eingefärbt.

Grün, statt hinter den Ohren für einmal unter den Armen, rot bei Blutarmut, blau wer in Trinklaune ist, schwarz bei Bunkerstimmung, gelb um jemanden auf den Fussgängerstreifen zu locken. Gut möglich, dass diese Interpretationen zu weit hergeholt sind und die Sache einfacher ist: Die Achselhaarfarbe muss lediglich einen Kontrast zu den angestrichenen Zehennägeln bilden.

Sie sehen, der Text ist eben doch Lebenshilfe. Sollten Sie nämlich im Familienkreis auf unerwartete Farbtupfer an noch unerwarteter Stelle stossen, stossen Sie sich nicht weiter daran und stossen Sie keinesfalls aus Verzweiflung mit dem Kopf gegen die Wand. Das hätte höchstens eine farbige Stirn zur Folge, doch das ist derzeit nicht gefragt. Das kommt vielleicht noch. Also nochmals, ruhig bleiben – es handelt sich lediglich um einen haarstäubenden Modefurz. Der wird schnell wieder verduften.

Bis es so weit ist, könnten wir Männer einen Gegentrend lancieren: Die Haare in Nase und Ohren wachsen sowie kolorieren lassen. Einverstanden, für den Herrn hinter dem Bankschalter vielleicht nicht unbedingt zu empfehlen. Wie auch immer, angesagt ist Farbe. Ein verzweifeltes Ankämpfen gegen den grauen Alltag in einem Land, wo Milch und Honig fliessen? Hier überwucherte, farbige Achselhöhlen, dort Krieg und Elend – in Träumen sieht eine rosarote Welt anders aus. theodor.eckert@azmedien.ch

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