Kommentar
Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Die Absicht von Oltens Stadtpräsident Martin Wey, weiterhin freiwillig auf 25 000 Franken seines Lohnes von einer Viertelmillion zu verzichten, ist sehr ehrenvoll. Doch hier müssen die Lobeshymnen bereits aufhören. Ein Kommentar.

Fabian Muster
Fabian Muster
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Martin Wey

Martin Wey

Andreas Kaufmann

Dass die Stadtkasse davon nun nichts mehr hat, weil der Stadtpräsident «den Geldfluss selbst bestimmen» und wohltätigen Institutionen spenden will, hat einen schalen Beigeschmack. Wer als Stadtpräsident von sich aus auf einen Teil seines Gehalts verzichtet, soll die Franken bitte dort lassen, wo sie in Zeiten harten Sparens in Olten auch hingehören: in die Stadtkasse. Wir Steuerzahler wissen schliesslich auch nicht, wofür unser Geld ausgegeben wird. Sich auf Kosten der Stadt als grosser Wohltäter aufzuspielen, könnte Sparkritikern in den falschen Hals geraten.

Dass der Stadtpräsident die Aktion nicht an die grosse Glocke hängen möchte, ist das eine. Doch dass er nicht einmal seine Stadtratskollegen über seinen erneuten Lohnverzicht informiert hat, passt zum Bild in der Öffentlichkeit, das Gremium würde zu wenig miteinander kommunizieren. Hätten sie sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt, wäre der Betrag schnell einmal auf 50 000 Franken gestiegen. Das ist schon mehr als ein symbolischer Sparbeitrag: Die Stadt hätte gleich zu Jahresbeginn ein paar Tausender mehr in der Tasche gehabt und die Stadträte das Lob auf sicher.

Fazit der missglückten Aktion: Gut gemeint ist nicht gut gemacht.

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