Banken
Fusion ist nachvollziehbar, aber mit ungewissen Folgen

Drei Solothurner Raiffeisenbanken wollen den Zusammenschluss.

Franz Schaible
Franz Schaible
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Ein Kunde betritt eine Filiale der Raiffeisenbank (Symbolbild)

Ein Kunde betritt eine Filiale der Raiffeisenbank (Symbolbild)

Keystone

Die vorab im Kreditgeschäft tätigen Banken stecken in einem Dilemma. Seit Jahren befinden sich die Zinsen im Tiefflug. Das kurbelt zwar die Nachfrage nach Krediten, insbesondere im Wohnungsbau, stark an. Aber aus Risikoüberlegungen gewähren die Institute – zu Recht – längst nicht mehr allen Träumern von den eigenen vier Wänden Hypotheken. Da die Zinsen auf der Passivseite faktisch bei null angelangt sind, steigt der Druck auf die Marge. Der Margenschwund kann allein durch Volumen nicht kompensiert werden. Die Konstellation schmälert den Zinserfolg, für die Retailbanken der wichtigste Ertragspfeiler.

Die Banken, in unserem Fall die drei Solothurner Raiffeiseninstitute, müssen sparen. Insbesondere auch, weil die zunehmende Regulierung und die rasante Entwicklung der Bankentechnologie zu steigendem Kostendruck führen, wie es heisst. So gesehen ist die anvisierte Partnerschaft nachvollziehbar, allerdings mit offenen Folgen – auch wenn die Bankleitungen versichern, dass kein Personalabbau geplant sei. Wenn beispielsweise administrative Abteilungen zusammengeführt werden, spielt die Logik von Zusammenschlüssen, es braucht mittelfristig weniger Stellen. Dem kann sich auch die genossenschaftlich organisierte Bank nicht entziehen. Deshalb ist nicht auszuschliessen, dass zumindest frei werdende Stellen nicht mehr besetzt werden.

Vor diesem Hintergrund ist eine Frage erlaubt. Innert fünf Jahren haben die drei künftigen Partnerbanken gegen 30 Millionen Franken in prunkvolle Bankgebäude investiert; in Langendorf, in Grenchen und in Solothurn. War dies sinnvoll?