Swissness-Gesetz
Für ein starkes Label

Macht sich die Schweiz das Leben selbst schwer? Oder gefällt sie sich in der Rolle der Musterschülerin?

Franz Schaible
Franz Schaible
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Swissness-Gesetz soll sistiert werden, damit die Uhrenindustrie nicht noch mehr unter Druck kommt, fordert Ronnie Bernheim.

Swissness-Gesetz soll sistiert werden, damit die Uhrenindustrie nicht noch mehr unter Druck kommt, fordert Ronnie Bernheim.

Keystone

Ohne direkten Zwang von aussen werden die Regeln verschärft, damit ein Produkt mit dem Label «Swiss Made» beworben werden darf.

Nein. Die Verschärfung macht ganz einfach Sinn. Wie kaum in einem anderen Land verkörpert das Label Swissness einen Mehrwert. Darin verpackt sind Qualität, Präzision und Zuverlässigkeit. Nur deshalb sind Käuferinnen und Käufer von Konsum- wie Investitionsgütern überhaupt bereit, einen im Vergleich zu ausländischen Produkten höheren Preis zu bezahlen. Und der Werkplatz Schweiz hängt grossteils vom Swiss Made ab. Für das «Normale» ist die Schweiz zu teuer. Deshalb gilt es, das Label keinesfalls zu verwässern, sondern als starkes Verkaufsargument zu bewahren und zu stärken.

Dies gilt speziell für die Uhrenindustrie, wo das Label mehr ist als eine Herkunftsbezeichnung. Die Ängste der kleineren Uhrenhersteller sind – insbesondere nach dem Frankenschock – zwar verständlich. Aber die Sistierung des Gesetzes kann die Herausforderungen der Branche nicht lösen, weil sie nicht einfach so verschwinden. Die Industrie hat zigfach bewiesen, sich erfolgreich anpassen zu können. Entscheidend ist die Ausgestaltung der Verordnungen. Sie müssen mit gesundem Menschenverstand erarbeitet sowie möglichst unbürokratisch umzusetzen sein. Hier lohnt sich der Widerstand.

Klar, die verschärften Regeln bergen das Risiko Arbeitsplatzverlust. Aber ebenso klar ist, dass ohne glaubwürdiges Swiss Made mittelfristig viel mehr industrielle Arbeitsplätze gefährdet sind.

franz.schaible@azmedien.ch

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