Stadtpräsidiumswahlen
Für die Oltner gibt es nur indirekt eine Wahl

CVP-Mann Martin Wey ist bei den Oltner Stadtpräsidiums-Wahlen am 2. Juli einziger Kandidat.

Fabian Muster
Fabian Muster
Merken
Drucken
Teilen
Martin Wey ist als Kandidat fürs Stadtpräsidium alleine auf weiter Flur.

Martin Wey ist als Kandidat fürs Stadtpräsidium alleine auf weiter Flur.

Seine vier Oltner Stadtrats-Kollegen haben dem Stadtpräsidenten Martin Wey, der am Freitag 55 Jahre alt wird, vielleicht das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht: Keiner von ihnen will den Amtsinhaber am 2. Juli herausfordern. Die Grünen mit Iris Schelbert, die nur noch eine Legislatur machen wird, verzichten ebenso wie die FDP mit Benvenuto Savoldelli, der lieber weiter Schulden abbauen möchte.

Nicht ganz überraschend kommt auch der freiwillige Verzicht der SP, die als einzige Partei zwei Vertreter im fünfköpfigen Gremium stellt und die stärkste Fraktion im Gemeindeparlament ist. Statt einer der beiden Kandidaten in einer Kampfwahl gegen den derzeit populären Wey zu verheizen – auch wenn er mit der CVP nur noch die nach Wähleranteilen sechstgrösste Partei vertritt –, beabsichtigen die Sozialdemokraten, sich lieber auf eine mögliche Kandidatur in vier oder spätestens in acht Jahren konzentrieren. Denn im politischen Olten geht man davon aus, dass Wey noch zwei Amtsperioden Stadtpräsident bleiben will.

Wer mit Martin Wey allerdings unzufrieden ist, kann sich gegen ihn entscheiden, indem er seinen Wahlzettel einfach leer einlegt. Auch wenn nur ein Kandidat antritt, benötigt er für eine Wahl im ersten Durchgang die Hälfte aller gültigen Stimmen. Erreicht er dies nicht, gibt es einen zweiten Wahlgang. Käme es zu einem solchen Misstrauensvotum einer Mehrheit der Stimmbürger, müsste Wey dies zwingend dazu bewegen, sich zurückziehen. Dann wäre das Feld für einen seiner vier Stadtrats-Kollegen offen. Dieses Szenario ist zwar sehr unwahrscheinlich. Aber es zeigt, dass der Wähler eine Wahl hat, zumindest indirekt.

fabian.muster@azmedien.ch