Granges Politiques
Flexibles Wohnen im Alter

Granges Politiques zum Thema Wohnen im Alter.

Angela Kummer
Angela Kummer
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Ältere Menschen wohnen immer häufiger in Alterswohnungen oder werden in Tages- oder Nachtstrukturen betreut. (Symbolbild)

Ältere Menschen wohnen immer häufiger in Alterswohnungen oder werden in Tages- oder Nachtstrukturen betreut. (Symbolbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

An der heutigen Gemeinderatssitzung wird über die Änderung des Gestaltungsplans des Alters- und Pflegeheims Kastels entschieden, um das Alterszentrum den neuen betrieblichen Anforderungen anzupassen. Geplant ist, den Zwischentrakt um zwei bis drei Geschosse aufzustocken. Ein neuer Bettenlift soll die Zugänglichkeit zum Nordtrakt verbessern. Somit können die Alterswohnungen im Nordteil der Liegenschaft vermehrt auch als Alters- und Pflegezimmer genutzt werden. Die SP Grenchen unterstützt diesen geplanten Ausbau, gilt es doch vermehrt, flexible Angebote für die Bedürfnisse der älteren Menschen anzubieten.

Vor ein paar Tagen konnten wir lesen, dass in der Stadt Grenchen viele ältere Menschen leben. Die Zahl der Rentnerinnen und Rentner wird in den nächsten Jahren überall weiter steigen, denn die Babyboom-Jahrgänge erreichen bald das Rentenalter. Zudem steigt auch die Lebenserwartung weiter an. Heutzutage stehen ältere Menschen längst nicht mehr nur vor der Entscheidung, ob sie weiterhin zu Hause wohnen oder ob sie in ein Alters- und Pflegeheim umziehen sollen. Nein, es existieren viele verschiedene Wohnformen, auch in unserer Stadt. Ziel der meisten Leute ist es, selbstbestimmt so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben zu können, auch wenn die Hilfe von Angehörigen, Spitex oder ähnlich nötig ist.

Es ist jedoch sehr bedenklich, wie rasant die Mieten in den Städten und Agglomerationen in der Schweiz in die Höhe schnellen. Auch in unserer Stadt wird rege gebaut. Neue Häuser und Wohnungen mit einem entsprechenden Ausbaustandard locken hoffentlich mehr und mehr gut verdienende Steuerzahler in unsere Stadt. Ältere Überbauungen werden nach und nach saniert. Das ist alles gut und recht. Für viele Familien, insbesondere aber für ältere Menschen mit tiefem Einkommen, sind die neu entstandenen Überbauungen oder auch der neue «Sunnepark» nicht zu finanzieren. Was es braucht, sind zweckmässige, bezahlbare und rollstuhlgängige Wohnungen im Stadtzentrum, deren Mietpreise die kantonale Ergänzungsleistungsgrenze nicht übersteigen. Was passiert nämlich, wenn jemand keine geeignete Wohnung findet? Es bleibt nur der Umzug ins Alters- und Pflegeheim und dies ist bei weitem nicht die günstigste Lösung, wie wir wissen.

Unsere Stadt würde gut daran tun, die verschiedensten Wohnformen im Alter zu unterstützen, sei es mit der Förderung von preisgünstigem Wohnungsbau, Senioren-Wohngemeinschaften oder mit der Erstellung von speziellen Wohnbaugenossenschaften («Generationenhäuser»). Dies sind ein paar Vorschläge, um weiterhin bezahlbaren Wohnraum für alle anbieten und damit allen ein würdevolles Leben im Alter ermöglichen zu können.

Angela Kummer, Gemeinderätin SP