Persönlich
Film ab auch und gerade in der Krise

Balz Bruder
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Die 56. Solothurner Filmtage finden nur online statt.

Die 56. Solothurner Filmtage finden nur online statt.

Als ob die Digitalisierung im Zeitalter von Netflix & Co. nicht schon längst Einzug gehalten hätte: Die 56. Solothurner Filmtage setzen noch einen drauf. Nicht ganz freiwillig zwar, aber trotzdem: Anita Hugi und ihr Team beweisen mit ihrer Online-Edition der wichtigsten Plattform für den Schweizer Film, dass Corona nicht das Ende von Film und Filmtagen bedeutet.

Was sie damit unter Beweis stellen wollen, ist dies: Die Filmtage bedeuten auch im Krisenmodus Begegnung. Die Website, das A und O der diesjährigen Ausgabe, ist nicht nur Schauplatz von virtuellem Kino, sondern auch Festivalzentrum. Hier werden Ehrengäste empfangen, hier werden Preise verliehen, hier werden Podiumsdiskussionen geführt.

Das Virtuelle kann das Physische nicht ersetzen. Aber das Virtuelle kann eine eigene Identität entwickeln und eine eigene Atmosphäre erzeugen. Deshalb ist die Home-Edition nicht einfach ein Notbehelf, sondern der Versuch, den Filmtagen unter ausserordentlichen Umständen ein eigenständiges Gesicht zu geben. Wetten, dass einige Formate derart gut funktionieren werden, dass die 57. Austragung im kommenden Jahr davon profitieren wird? Auch wenn wir uns nichts sehnlicher wünschen als Begegnung und Austausch von Angesicht zu Angesicht. Ganz real.

balz.bruder@chmedia.ch