Kommentar
Es lockt die Welt zu Dumpingpreisen

Sich fortbewegen entspricht einem menschlichen Grundbedürfnis. Schnell mal mit der Kutsche ins nächste Dorf, mit der Dampfbahn auf einen Hügel oder inzwischen mit dem Düsenjet übers Wochenende flott nach Barcelona.

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Man kann sich zum Beispiel für ein paar Franken von Bellinzona nach München chauffieren lassen. (Symbolbild)

Man kann sich zum Beispiel für ein paar Franken von Bellinzona nach München chauffieren lassen. (Symbolbild)

Mobilität ist selbstverständlich geworden und überaus leicht erschwinglich. So kann es sein, dass ein Flug weniger kostet als die damit verbundenen Gebühren. Nicht minder paradox, wenn ein Hupf durch die Lüfte billiger ist als die Fahrt mit der Eisenbahn ans gleiche Ziel. Damit nicht genug, nun spürt die Schiene zunehmend einen zusätzlichen Druck von der Strasse. Diese Konkurrenz als solche ist nicht neu.

Eine besondere Herausforderung bedeuten nun allerdings die Auftritte deutscher Fernbusanbieter. Nachdem sie im eigenen Land mit Tiefstpreisen der Bahn schrittweise Kunden abspenstig gemacht haben, sind sie auf den Geschmack gekommen. Jetzt soll der Markt in Europa aufgemischt werden. Schrittweise werden dabei Linienangebote auf- und ausgebaut, die auch für Bewohner der Schweiz von Interesse sein können. So kann man sich zum Beispiel für ein paar Franken von Bellinzona nach München chauffieren lassen und ist dabei erst noch deutlich schneller als mit der Bahn. Vorausgesetzt natürlich, der Reisebus bleibt nicht stehen und der Chauffeur findet den kürzesten Weg. Pardon, selbstverständlich sind selbst bei diesen Dumpingpreisen die Fahrer bestens ausgebildet, restlos ausgeschlafen, werden für ihre Arbeit ordentlich bezahlt und der Zustand der topmodernen Fahrzeuge ist tadellos. So hoffen wir zumindest.