Krankenkassen
Es geht nur mit mehr Wettbewerb

Seit 1996 haben sich die Krankenkassenprämien verdoppelt. Was soll man gegen den weiteren Anstieg tun? Der Kommentar.

Roman Seiler
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Die Krankenkassenprämien haben sich seit 1996 verdoppelt. (Symbolbild)

Die Krankenkassenprämien haben sich seit 1996 verdoppelt. (Symbolbild)

KEYSTONE

Keine Frage: Der medizinische Fortschritt verlängert Lebenserwartung und Lebensqualität. Die Kehrseite der Medaille ist: Die Ausgaben für Behandlungen durch Ärzte und Spitäler sowie für Medikamente steigen ständig.

Irgendwann kommt die obligatorische Krankenversicherung an die Grenze des Finanzierbaren – für den Staat wie für die Versicherten. Das gilt insbesondere für den unteren Mittelstand, der nicht mehr von der Prämienverbilligung profitiert. Daher muss sich die Politik entscheiden, ob das Gesundheitssystem mehr Staat oder mehr Wettbewerb braucht.

Nach 20 Jahren Erfahrung mit dem Krankenversicherungsgesetz fällt die Antwort leicht: Es braucht mehr Wettbewerb. Der wichtigste Punkt dabei ist: Der Vertragszwang muss fallen. Krankenversicherer sollen die Möglichkeit erhalten, dass ihre Kunden nur von Ärzten und Spitälern behandelt werden, die gute Qualität zu einem guten Preis erbringen. Das zwingt Spitäler, sich auf das zu konzentrieren, was sie können – oder zu schliessen. Gut operiert nur, wer auf eine hohe Fallzahl kommt. Die Zahl der Komplikationen sinkt.

Umdenken müssen auch die Versicherten: Wer die volle Arztfreiheit will, soll dafür mehr bezahlen. Wer sich stets zuerst in einem Hausarztmodell oder einer HMO behandeln lässt, verhindert, dass immer wieder die gleichen Untersuchungen angestellt werden. Weil sich das läppert, setzen sich Ärzte für den Vertragszwang ein. Genau deshalb muss man ihn abschaffen.