St.-Ursen-Brandstifter
Erstaunt? Nein!

Kommentar zum Feuer in der Zelle des St.-Ursen-Brandstifters.

Theodor Eckert
Theodor Eckert
Merken
Drucken
Teilen
Andres Z. hat in seiner Zelle im Untersuchungsgefängnis Olten einen Brand ausgelöst.

Andres Z. hat in seiner Zelle im Untersuchungsgefängnis Olten einen Brand ausgelöst.

TeleM1/ot

Die Solothurner Obrigkeit kennt keine Gnade und drängt den Brandstifter der St.-Ursen-Kathedrale in den Selbstmord. Zu diesem Schluss könnte man kommen, nachdem Andres Z. im Oltner Untersuchungsgefängnis seinen Zelleninhalt abfackeln wollte. Gelungen ist es ihm nicht. Was wohl auch in seinem Sinn war.

Denn Gefängnisinsassen, deren Lebensmüdigkeit den Point of no Return erreicht hat, landen nicht unversehrt zur Kontrolle im Spital. Sie wählen den sicheren Weg. Einen, der in die Leichenhalle führt. Das sagen Fachleute, die tagtäglich mit Menschen hinter Gittern zu tun haben. Zumindest in diesem Punkt ist also die Solothurner Obrigkeit aus dem Schneider.

Ein Unbehagen in Sachen Andres Z. bleibt. Das Bundesgericht hat entschieden, dass er die Strafe für seine völlig absurden Taten abgesessen hat und deshalb freizulassen sei. Dennoch ist er ein Gefangener unter schwierigsten Bedingungen.

Dass dies zermürbend ist, selbst wenn man bereits einige Jahre auf dem Buckel hat und nicht mehr Ungeduld den Lebenstakt bestimmt, ist nachvollziehbar.

Mit seiner jüngsten Aktion schreit der Mann ganz offensichtlich um Hilfe. Gleichzeitig bestätigt er die These, dass er auch in Zukunft für sich und andere eine Gefahr darstellen kann. Wie weiter also?

Im Zweifelsfall ist das Wohl der Gesellschaft höher zu gewichten als jenes des Individuums. Was die Forderung nicht ausschliesst: Raus aus dem Untersuchungsknast mit ihm. Rein in eine Institution, die einem Menschen wie Z. während seiner restlichen Lebensjahre die offensichtlich erforderlichen Leitplanken setzt.