Persönlich
Erna im Anflug

Am slowUp Solothurn-Buechibärg waren zahlreiche E-Bike-Fahrer unterwegs.

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Unter den Teilnehmenden des slowUp fuhren auch einige ein E-Bike.

Unter den Teilnehmenden des slowUp fuhren auch einige ein E-Bike.

Hans Ulrich Mülchi

Erna war voll drauf: «Fritz, jetzt gib endlich mal Gas und überhol diese lahmarschigen Sonntagsfahrer. Platz hat es ja zur Genüge. Das ist wirklich nicht zum Aushalten». Hoppla. «Ja, ja, Erna, ist schon gut», schleuderte der Angetriebene leicht säuerlich zurück. Der liebe Fritz gab sich denn auch alle Mühe, doch selbst mit Unterstützung des Elektromotors war er leider nicht viel flotter unterwegs als die Pedaleure mit ihren herkömmlichen Drahteseln. Und das mit dem genügend Raum hatte Erna auf dem Feldweg auch etwas gar grosszügig interpretiert. Nun, schliesslich erfüllte Fritz seine Aufgabe und da es in der Folge leicht abwärts ging, «flogen» die beiden Rentner Biberist förmlich entgegen.

Speedy-Erna war am slowUp indes längst nicht die Einzige, die es eilig hatte. Die neusten Edelflitzer, egal ob mit oder ohne Tretunterstützung, wollten schliesslich in Szene gesetzt werden. Selbst an einem Fun-Anlass lässt sich der kompetitive Trieb halt nicht bei allen völlig unterdrücken. Sei’s drum. Spätestens an den neuralgischen Knotenpunkten mussten ohnehin alle absteigen und sich gemächlich zu Fuss einen Weg durch die Menschenmenge bahnen. Selbst «The White King» wurde dort vom hohen (Carbon-)Ross gezwungen. Er, stattlicher Mann, den Zwanzigern längst entwachsen, von Helm bis Schuh in leuchtendem Weiss, auf schneeweisser Rennmaschine. Schlichtweg ein majestätischer Anblick.

Der Buechibärger slowUp hat sich zu einer positiven Massenveranstaltung gemausert. Beliebt bei Jung und Alt, hat die Veranstaltung inzwischen einen festen Platz in der Jahresagenda erlangt. Dass einmal im Jahr ausgewählte Strassenabschnitte der Muskelkraft vorbehalten sind, soll vereinzelt Wirtsleute an der Strecke nerven. Nun, vielleicht gönnt ja Erna dem Fritz bei anderer Gelegenheit eine Verschnaufpause und sie kehren zu einem Imbiss ein.

theodor.eckert@azmedien.ch

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