Stadtbummel Solothurn
Elefantöses Getöse um Weihrauch und Co.

An den Solothurner Biertagen wird wieder jede Menge verschiedener Biere getestet.

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
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36 Brauereien präsentieren dieses Jahr ihre Kreationen. (Archiv)

36 Brauereien präsentieren dieses Jahr ihre Kreationen. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Weiss ist es nochmals geworden am Berg. Weissenstein eben. So heisst auch ein Bier. Und damit sind wir schon nach drei Sätzli beim Thema. Nicht beim «Wyssestei»-Bier. Das so laut deutschem Reinheitsgebot gar nicht heissen dürfte. Weil dieses Jura-Chrüttli als Braubeigabe für ein Getränk, das sich «Bier» nennt, gar nicht erlaubt. Zumindest in Deutschland. Aber diese Aussage ist für die sogenannten Craft-Beer-Freaks schon wieder ketzerisch. Nach denen darf alles ins Bier: Kaffee, Schoggi, Gewürze, Himbeere, eben Kräuter und sogar Weihrauch. Obs schmeckt? Ist denen doch scheissegal. Im wahrsten Sinne des Wortes. In China experimentiert man offenbar sogar mit Elefanten-Kacke als «Aromatisizer» eines Gebräus. Igitt, igitt! Da halten wir uns lieber an ein Bier, das dem Label Weissenstein derzeit eher entspricht: ans Weissbier. Oder Weizen. Das nicht weiss ist, sondern strohgelb. Kann aber auch kristallklar oder dunkel sein. Und «banänele». Noch Fragen? In der und um die Reithalle werden sie beantwortet. Man sieht sich. An den Biertagen.

Zur Weissglut kann uns Werbung treiben. Da kommt eine Verpackung daher, die uns nur Gutes suggeriert – Bier eben, statt Elefantenkacke. So flatterte uns jüngst ein Hochglanz-Kärtli ins Haus. Jubel, Jubel, sprudelnder Schämpis auf dem Umschlag. Die Beiz feiert ihr fünfjähriges Bestehen am Stalden. Wir gratulieren – das schaffen nicht alle in Solothurn! Doch im Jubelkärtli drin kommts dann doch noch faustdick: Mittagessen gibts dort ab sofort nicht mehr. Man wolle sich aufs Abendgeschäft fokussieren. Absolut nachvollziehbar. Wer verdient mittags noch Geld, wenn – anderswo in der Altstadt gesehen – Härdöpfustock und Braten für 14 Fränkli auf der Schiefertafel ausgelobt werden? Aber trotzdem. Eine geschlossene Beiz über den Mittag ist halt zu. Und das ist für eine lebendige Stadt wie Solothurn unschön. Basta!

Weissagungen von Zukunftsdeutern haben derzeit Hochkonjunktur im Stedtli. Wann macht die «Krone» wirklich auf? Was kommt anstelle von Mode Brühweiler an der Schmiedengasse? Wo gehen die Stammgäste des «Fritz» hin, wenn der Ende Mai schliesst, und es sein «Elefantenohr» so nirgends mehr gibt? Oder was ist, wenn Manor 2018 tatsächlich nicht mehr in der Schanzmühle foodet? Fragen über Fragen. Die alten Römer hätten die Antworten in der Hühnerleber gesucht. Kaffeesatz-Lesen wäre eine Alternative. Weiss der Kuckuck, warum wir wieder da landen: Aber mir reichts schon, wenn es im Bier nur Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe hat. Wobei: Neuerdings gibts gar Hopfen, der nach Mango st..schmeckt. Na dann, Prost!