Persönlich
Eine Ode an den Winterpulli

Urs Mathys
Urs Mathys
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Plötzlich werden die Winterpullis gebraucht. (Symbolbild)

Plötzlich werden die Winterpullis gebraucht. (Symbolbild)

CH Media

Seit ein paar Jahren liegen sie in meinem Kleiderschrank: dicke, warme Winterpullis. Getragen habe ich sie in letzter Zeit nur selten: Skiferien sind für mich passé, die Winter sind auch nicht mehr, was sie einmal waren, und im Büro sind die Wärmespender ohnehin überflüssig. Also, ab damit in die Kleidersammlung, habe ich mir schon ein paarmal gesagt. So könnten die Dinger vielleicht doch noch jemandem dienen.

Weggegeben habe ich die Pullis dann aber doch nicht: Sie sind schliesslich Geschenke meiner Liebsten – und mir somit ans Herz gewachsen. Also hütete ich sie doch von Saison zu Saison weiter – zumindest jene, die mit meiner zwischenzeitlich eingetretenen «persönlichen Entwicklung» Schritt gehalten haben ...

Und jetzt bin ich plötzlich mehr als nur froh über diese Schätze. Ja, es bewahrheitet sich einmal mehr das Sprichwort «Spare in der Zeit, so hast du in der Not». Gut habe ich sie gespart und in Ehren gehalten, meine guten alten, dicken Winterpullis. Jetzt, in Zeiten von Corona, in denen im Grossraumbüro Stosslüften nicht genügt, sondern ständige Frischluftzufuhr erwünscht ist, wüsste ich nicht, wie ich es an meinen kalten, zugigen Fensterplatz ohne sie aushalten wollte.

urs.mathys@chmedia.ch

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