Kommentar
Ein ideelles «Ja»,ein materielles «Nein»

Nach zehn Jahren Projektphase geht das Regionsprogramm Kultur in Solothurn zu Ende.

Andreas Kaufmann
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Kultur-Brückenbauer der ersten Stunde: Pipo Kofmehl (l.) und Heinz Urben, Co-Leiter des Regionsprogramms Kultur.

Kultur-Brückenbauer der ersten Stunde: Pipo Kofmehl (l.) und Heinz Urben, Co-Leiter des Regionsprogramms Kultur.

Andreas Kaufmann

Zwei gestrandete Velofahrer aus Kreuzlingen staunten, als sie hörten, dass es hier in Solothurn bloss 16 000 Einwohner hat: «Was? Und doch so viel Kultur?» Sie waren in einer «Kleinstadt mit grossstädtischem Kulturangebot» gelandet, so würden es Pipo Kofmehl und Heinz Urben ausdrücken. Sie leiteten das «Regionsprogramm Kultur» zehn Jahre lang. In dieser Zeit wirkte das Projekt als Fürsprecher für die Regionalkultur, die von Solothurn in ein Einzugsgebiet von 50 000 und nicht nur 16 000 Menschen ausstrahlt.

Dass Kultur auch kostet, wenn sie zu einem stattlichen Teil ehrenamtlich oder für einen symbolischen Lohn betrieben wird, weiss jeder Lokalpolitiker. Auch weiss er, dass sich der fruchtbare Boden allein mit einem Dankeschön an die Macher nicht selbst beackert. Und doch bleibt abzüglich gebundener Ausgaben jeweils ein kleiner Freibetrag im Dorfbudget, den man dann verständlicherweise eher in die Lokalkultur steckt. Damit blieb das «Fundraising» fürs Kulturzentrum Solothurn, wie es vom Regionsprogramm betrieben wurde, mehrheitlich auf dem Trockenen. Ideelle Zustimmung ja, materielle Unterstützung eher nein – mit Ausnahme der altgedienten Zentrumsbeiträge. Dass aber auch ein wirtschaftlicher Nutzen von der Kultur ausgeht, geht leicht vergessen. Gutes tun hilft, darüber reden hilft noch mehr. Am meisten aber hilft, das Gute zu demonstrieren und Behörden an die Kulturorte einzuladen. Dies wird unter anderem auch in der hiesigen «Leistungsschau» schlechthin augenscheinlich: der Kulturnacht Solothurn.