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Doch nicht so kostbar?

Der Geschäftsmann hatte vor nicht allzu langer Zeit richtig erkannt, es gebe zu viele Verkaufsläden auf dem Platz, die sich mit denselben Produkten in derselben Preiskategorie bewegen.

Alois Winiger
Alois Winiger
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Zuerst wird das schöne Stück als kleines Kunstwerk verkauft,dann wird es im Ausverkauf um 50% reduziert und scheint nicht mehr so kostbar. (Themenbild)

Zuerst wird das schöne Stück als kleines Kunstwerk verkauft,dann wird es im Ausverkauf um 50% reduziert und scheint nicht mehr so kostbar. (Themenbild)

Keystone

Der Geschäftsmann hatte vor nicht allzu langer Zeit richtig erkannt, es gebe zu viele Verkaufsläden auf dem Platz, die sich mit denselben Produkten in derselben Preiskategorie bewegen. Er machte Radikalausverkauf, schloss den Laden und baute ihn um. Der neue Laden ist nun etwas kleiner, dafür sind die Preise umso höher, die Produkte werden gekonnt so präsentiert, dass sie zur Geltung kommen. Gut, denke ich, ist sehr schön, aber jetzt halt nicht mehr meine Preiskategorie. Trotzdem gehe ich hin und wieder in den Laden, um wenigstens zu schauen, es könnte ja sein, dass ...

Und tatsächlich: Der Preis für ein schönes Stück, auf das ich ein Auge geworfen habe, ist jetzt in der Ausverkaufssaison fast auf die Hälfte reduziert worden. Doch mir ist die Lust am Kaufen vergangen. Das Stück liegt zusammen mit billigeren Produkten auf einem Haufen, hat schon Blessuren gekriegt. Ich verstehe es nicht: Zuerst wird einem vorgeführt, es handle sich um ein kleines Kunstwerk und sei deshalb seinen Preis wert. Jetzt, wo es einfach – so wie hingeworfen – auf dem Haufen liegt, komme ich zum Schluss, dass es wohl doch nicht so kostbar ist. alois.winiger@schweizamsonntag.ch