Persönlich
Doch kein Ersatz für die Fasnacht

Balz Bruder
Balz Bruder
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Weihnachtsbeleuchtungen sind auch nach dem 6. Januar weiterhin anzutreffen. (Archivbild)

Weihnachtsbeleuchtungen sind auch nach dem 6. Januar weiterhin anzutreffen. (Archivbild)

Stefan Furrer

Es ist ein Phänomen, das wie eine seltene Himmelserscheinung anmutet. Ist Ihnen auch aufgefallen, dass viele Menschen die Weihnachtsbeleuchtungen selber über den 6. Januar hinaus nicht «abgeräumt» haben? Nehmen Sie auch wahr, dass an vielen Orten noch Weihnachtsbäume und -sterne in die Nacht leuchten?

Es ist nach meinem Empfinden kein Zeichen von Unachtsamkeit oder Nachlässigkeit. Nein, ganz im Gegenteil, es scheint so, dass viele in diesen düsteren Zeiten daran glauben, etwas Weihnachtslicht könne nicht schaden. Und deshalb ganz bewusst darauf verzichten, das weihnachtliche Lichterwerk zu entfernen.

Ich mag solche Kundgebungen. Sie sind schön, sie sind still, sie sind unaufdringlich und kommen doch dort an, wo sie wirken sollen. Mich jedenfalls freuen sie sehr. Wobei ich nie so weit gehen würde, dass ich sie als Fasnachtsersatz bezeichnete. Erstens wäre das eine halbe Blasphemie. Und zweitens das Statement eines bekennenden Nicht-Fasnächtlers, der in diesem Jahr das Treiben in den Strassen und Gassen wohl zum ersten Mal in seinem Leben so richtig vermissen wird. Ja, was die Pandemie so alles mit einem macht. Noch vor einem Jahr wäre ich nicht darauf gekommen.