Kimberly-Clark
Die «Tela» lebt weiter

265 Jobs waren in Gefahr, weil Kimberly-Clark die Hakle-Produktion nach Italien verlegt. Jetzt gibts Hoffnung.

Urs Mathys
Urs Mathys
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Für das Werk in Niederbipp wurde ein Käufer gefunden.

Für das Werk in Niederbipp wurde ein Käufer gefunden.

Robert Grogg

Mit Firmenübernahmen hat man am Jurasüdfuss in den letzten Jahrzehnten so seine Erfahrungen gemacht. Meistens waren es nicht die besten. Zu oft blieb von den vollmundigen Versprechungen, die Firmenkäufer gegenüber Personal und Öffentlichkeit machten, nicht allzu viel übrig. Von übernommenen grossen Namen solothurnischer Wirtschaftsgeschichte waren es – nach einer gewissen «Anstandsfrist» – nicht selten nur gerade leer geräumte Firmenhallen.

So war auch im Zusammenhang mit dem angekündigten Ende der Hygienepapierfabrik in Niederbipp mit dem Schlimmsten zu rechnen: Dass sich nämlich nach all den Handwechseln der einstigen «Tela» – von der Attisholz-Gruppe bis zuletzt zum US-Giganten Kimberly Clark – kaum ein Käufer finden lasse, der an mehr als nur den riesigen Grundstücken an bester Lage interessiert sein könnte.

Doch bald ist Weihnachten. Und da darf es doch – gerade in Zeiten wie diesen – auch wieder mal eine positive Überraschung geben. Dass die deutsche Unternehmerfamilie Queck (bereits Eigentümerin der Gretzenbacher Cartaseta AG) das Werk Niederbipp und die alte Marke «Tela» übernimmt, kann tatsächlich eine Chance für Standort, Personal und die Region sein. Die Frage ist, wie sich die neuen Besitzer – als vergleichsweise «kleine» Player im heftig umkämpften Markt, mit mächtiger globaler Konkurrenz – auf Dauer werden behaupten können. Mit nicht wenig Regionalpatriotismus darf man jedenfalls eines wünschen: Dass die «neue Tela» möglichst alt werden möge!

urs.mathys@chmedia.ch