Persönlich
Die Superschlauen unter uns

Balz Bruder
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Im Zug gilt Maskenpflicht.

Im Zug gilt Maskenpflicht.

Ennio Leanza / KEYSTONE

Abgesehen von all den Widerwärtigkeiten, die uns derzeit umgeben: Einen Nerv treffen bei mir Menschen, die sich pro forma an die Hygienemassnahmen und Distanzregeln halten, bei jeder sich bietenden Gelegenheit aber genau das Gegenteil dessen tun, was Gebot der Stunde ist. Zum Beispiel jene Schlaumeier im Zug, die beim Starren in den Laptop den Maskenschutz schlicht ignorieren und das Stoffteil lässig unter dem Kinn tragen. Bis zum Zeitpunkt, ja, genau, da ein Zugbegleiter durch die Tür in den Wagen rauscht und die Maske mit routiniertem Griff dorthin gezogen wird, wo sie hingehört. Mit verbindlichem Lächeln auf den Lippen, versteht sich.

Oder jene Pappenheimer, die zum Schnelltest in der Apotheke in Familienstärke auftreten, weil die Testperson ja Beistand und Fürbitte braucht, wenn die Apothekenhelferin das Wattestäbchen in der Nase verschwinden lässt. Dass die Familienmitglieder nicht noch wie weiland bei der Landung des Ferienfliegers auf Mallorca zum Klatschen ansetzen, wenn das Stäbchen wieder aus der Nase kommt, mutet schon fast wundersam an. Wie die Tatsache, dass ich bei alledem so gelassen bleibe, wie es nur möglich ist und das Schnauben und Speien aus Rücksicht auf meine Umwelt tunlichst unterlasse.

balz.bruder@chmedia.ch