Selzach
Die Sommeroper ist ein kulturelles Kleinod

Die Sommeroper zeigte im alten Passionsspielhaus Selzach zehn Vorstellungen von «L’elisir d’amore».

Urs Byland
Urs Byland
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Szene aus der Sommeroper «I'elisir d'amore» im Passionsspielhaus Selzach.

Szene aus der Sommeroper «I'elisir d'amore» im Passionsspielhaus Selzach.

Michel Lüthi

Es ist ein kleines Wunder, dass das alte Passionsspielhaus in Selzach überhaupt noch steht. Der hölzerne Zweckbau, 1895 unter der Initiative des Uhrenfabrikanten Adolf Schläfli erbaut, steht mitten in Selzach und wird alle zwei Jahre mit Leben erfüllt. Eigentümer des Hauses ist der Verein Passionsspiele Selzach. Gerade erst erfuhr die Bühnentechnik eine vollständige Renovation für 800000 Franken. Finanziert wurde die Sanierung zu einem Achtel vom Kanton und vom Verein unter anderem mit dem Verkauf von vereinseigenem Bauland (!).

Hauptverantwortlich für das Leben im alten Passionsspielhaus ist die Sommeroper Selzach. Das Kultur-Highlight am Jura-Südfuss hat das Fahrwasser, das seit 1989 befahren wird, nicht verlassen. Die Gruppe um den Ausstatter Oskar Fluri, den Intendanten Thomas Dietrich und den Lichtdesigner Sigi Salke, um nur einige zu nennen, die seit dem Neustart 1989 dabei sind, verarbeitet liebevoll und innovativ Opernstücke zu «Selzacher Fassungen».

Wenn der Mechanico «Nemorino», dieser liebestolle und tollpatschige Niemand, seine Stimme erhebt, wie im abgelaufenen Stück. Wenn aus seiner Kehle die Melodie, die die Liebe zur Gutsbesitzerin Adina ausdrückt, direkt in die Herzen der Zuhörer strömt. Dann ist das dieser Moment, für den sich der riesige Aufwand aller gelohnt hat. Dieses kulturelle Kleinod, das nicht wenige etwas vom Besten finden, was sie je gesehen haben, ist das Werk einer engagierten Truppe. Darüber nicht vergessen werden darf das Passionsspielhaus. Es garantiert wetterunabhängige Vorstellungen.

urs.byland@azmedien.ch

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