Kommentar
Die sollen mich mal

Die fusionierte Gemeinde Buchegg wird kurz gehalten. Die Einwohner wollen keine Steuererhöhung.

Urs Byland
Urs Byland
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Der Weg zu einem Wir-Gefühl scheint in der Gemeinde Buchegg unendlich weit. (Symbolbild)

Der Weg zu einem Wir-Gefühl scheint in der Gemeinde Buchegg unendlich weit. (Symbolbild)

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Die Gemeindepräsidentin von Buchegg hat es ausgesprochen. Die Bewohner der Dorfteile sollen von ihrer Anspruchshaltung gegenüber der jungen, fusionierten Gemeinde Buchegg Abstand nehmen.

Schon zum dritten Mal nacheinander beantragt der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung eine Steuerfusserhöhung und scheitert. Sind es die Verlierer aus den steuergünstigen Altgemeinden, die sich querstellen?

Sind es die Verlierer von Ehre und Posten, die sich nicht zu schade sind, die Redlichkeit und das Engagement des aktuellen Gemeinderates, wo immer es geht, zu torpedieren?

Es gibt Versammlungsteilnehmer, die ungeschaut beinahe jede Gebühr oder jede Investition ablehnen. Sie staunen, dass sie für die Turnhallenbenutzung eine Gebühr entrichten sollen, und fragen sich, warum diese nicht gratis sei.

Gleichzeitig entziehen sie der Gemeinde die Mittel und zwingen sie zu Sparprogrammen, die die Substanz gefährden. «Die wollen uns nur das Geld aus der Tasche ziehen», ist zu hören. Diese Anspruchshaltung (oder ist es einfach Obstruktion?) ist Gift für die junge Gemeinde. Der Weg zu einem Wir-Gefühl scheint unendlich weit.

Auch der Gemeinderat lässt Weitsicht vermissen, wenn er glaubt, er kann für eine Erhöhung um 10 Steuerprozente Beifall erwarten. Mit dem Kopf durch die Wand geht im Bucheggberg nicht.

Da hat es überall harte Schädel. Angezeigt ist eine ausführliche Information zur finanziellen Entwicklung der Gemeinde und viel, viel Überzeugungsarbeit. Angesagt ist Realpolitik – mit einer Steuererhöhung in kleinen Schritten. urs.byland@azmedien.ch