Persönlich
Die Sache mit den «blöuen» Gondeli

Balz Bruder
Balz Bruder
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Diese Farbe sollten sie tragen, die Gondeli am Weissenstein.

Diese Farbe sollten sie tragen, die Gondeli am Weissenstein.

Tina Dauwalder und Thomas Ulrich

Die Hudibras Chutze, so viel weiss gar der fremde Fötzel und bekennende Fasnachts-Laie, sind eine ehrenwerte Solothurner (Männer-)Gesellschaft. Sie gehören als eine der sechs Stammzünfte quasi zum Inventar der Fasnacht in der Ambassadorenstadt.

Gleichsam von selber versteht sich, dass auch das Organ der Zunft, «Dr Hudibras», eine ernstzunehmende Publikation ist. Wobei es in diesem Jahr vor allem die Rubrik «nid wohr» in sich hat. Darin wird nämlich ausgebreitet, der Verwaltungsrat der Seilbahn Weissenstein AG habe ein paar schöne neue Gondeli beschafft, die in Bezug auf die Form zwar durchaus der Norm entsprochen hätten, farblich jedoch aus dem Seil beziehungsweise aus der Reihe getanzt seien. Nicht blau seien sie demzufolge angeliefert worden, sondern in «blöu», wie der «Günschbrger» wunderbar lautmalerisch sagt. Und weil der Geschäftsleiter des Lieferanten vom Unterleberberg kommt, sind die Gondeln laut «Hudibras» eben in «blöu» anstatt blau angekommen.

Nun, die «Soledurner» verstehen zwar durchaus Spass, aber nicht, wenn es um ihren Hausberg geht. Und weil niemand so richtig Lust auf einen neuen Bähnlistreit hat, werden die Gondeln nun eben gemäss gängiger Farbnorm umgespritzt. Das Weissenstein-Blau fehlt zwar in der Liste der offiziell erfassten 25 Blautöne, doch die Chancen stehen gleichwohl gut, dass von Oberdorf aus in Bälde die richtig eingefärbten Gondeln zu Berge schweben werden. Womit die Sache, die eigentlich «unger Verschluss» gehalten werden sollte, dann doch noch in Ordnung käme.

Dem «Hudibras» sei Dank! Es wäre zu schade gewesen, die «Blöufahrt» wäre kein Fasnachtsthema geworden, «nid wohr?».

balz.bruder@chmedia.ch