Lehrplan 21
Die Lehrpersonen müssen es ja wissen

Elisabeth Seifert
Elisabeth Seifert
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Für oder gegen den Lehrplan 21? Die Geister scheiden sich. (Symbolbild)

Für oder gegen den Lehrplan 21? Die Geister scheiden sich. (Symbolbild)

Keystone

Jüngst haben die Kantone Thurgau und Schaffhausen mit klaren Mehrheiten Volksinitiativen abgelehnt, die gegen die Einführung des neu harmonisierten Deutschschweizer Lehrplans gerichtet waren. Erste Hälfte nächstes Jahr kommen ähnliche Initiativen in den Kantonen Aargau, Zürich und Solothurn vors Volk – weitere werden folgen. Lehrplan-Gegner sind in rund der Hälfte der 21 deutsch- oder zweisprachigen Kantone aktiv.

Der hohe Nein-Stimmen-Anteil im Thurgau, der nicht gerade für sein progressives Abstimmungsverhalten bekannt ist, dürfte ein Gradmesser sein für die Stimmung bei den Bürgerinnen und Bürgern, auch in Solothurn. Ganz in diesem Sinn hat sich diese Woche die vorberatende Kommission des Solothurner Kantonsrats gegen die Initiative und für den neuen Lehrplan ausgesprochen.

Bemerkenswert ist aber vor allem, dass sich auch die organisierte Volksschullehrerschaft in einer internen Abstimmung klar hinter den neuen Lehrplan stellt. Und wer, wenn nicht die Lehrerinnen und Lehrer, können den neuen Lehrplan richtig beurteilen. In einer Reihe von Weiterbildungen werden sie derzeit mit dessen Geheimnissen vertraut gemacht. Viele Lehrpersonen sagen dabei Ja, obwohl der Lehrplan 21 auch seine Schwächen hat. Er ist zum Teil überladen, verlangt in einzelnen Schulstufen schlicht zu viel.

Abgehoben wirken gerade auch etliche Zielvorstellungen im Fachgebiet Wirtschaft/Arbeit/Haushalt, das auf die Praxis ausgerichtet ist. Die Lehrerschaft sagt trotzdem Ja, weil jeder Lehrplan, auch der Lehrplan 21, eine Richtschnur ist – und kein Rezeptbuch. Sie sagt Ja, weil die Kompetenzorientierung über die Wissensvermittlung hinausgeht und so eine Weiterentwicklung der Schule ermöglicht. Und vor allem sagen sie Ja, weil der Lehrplan 21, unterstützt von gemeinsamen Lehrmitteln und einer einheitlichen Lehrerbildung, zur gewünschten Harmonisierung beiträgt.

elisabeth.seifert@azmedien.ch

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