Solothurn
Die Kündigung war abzusehen

Christine Krattiger hat ihre Stelle als Leiterin des Rechts- und Personaldienstes der Stadt Solothurn gekündigt.

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
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Christine Krattiger hat gekündigt.

Christine Krattiger hat gekündigt.

Hansjoerg Sahli

Nein, eine einfache Zeit hatte Christine Krattiger auf ihrem Chefsessel des Rechts- und Personaldienstes nicht. Mit der Amtsübernahme von Gaston Barth musste sie sich mit einem schon länger kokelnden Schwelbrand befassen. Sie löste das Problem im Sinn ihrer Kollegin auf derselben Hierarchiestufe im Stadtbauamt: Stadtplaner Daniel Laubscher musste gehen. Abgefunden mit einer Stillhalteprämie. Nur gut, dass die Steuerzahler nicht wissen, wie hoch sie war.

Zu diesem Personal-Knatsch kamen weitere grosse Brocken: Das neue Wirtschafts- und Arbeitsgesetz war umzusetzen. Die Interpretationen zwischen Kanton und städtischer Baukommission liefen heiss. Und darüber die Argusaugen des erfahrenen Juristen Kurt Fluri.

Das Resultat: Eine frustrierte Nachtleben-Fangruppe, Lokalbetreiber, Gäste und Politiker, die gegen die frühere Schliessung per Paragraf Sturm liefen. In dessen Auge: Christine Krattiger. Auch bei der «Lex Grill» agierte das «Departement Krattiger» unglücklich. So hatte die Hafebar zur Eröffnung eine Grill-Bewilligung, die kurz zuvor widerrufen wurde. Knapp vor der Eröffnung folgte der Widerruf des Widerrufs. Zu spät für die Bar. Ein Detail. Und Peanuts zu dem, was folgte: das Gerangel um die Ortsplanungsrevision oder das undurchsichtige Gebaren der klammen CIS-Eigentümer. Es sorgte für gehörig Druck der Sporthallen-Benützer auf die juristische Stabstelle der Stadt, die sich nun permanent mit der unerfreulichen Situation dort befassen musste.

Bei den raren Auftritten im Gemeinderat oder vor Gemeindeversammlungen wirkte die Juristin oft unsicher, überfordert und vage in ihren Aussagen. Typisch eine Szene auf der Landhaus-Bühne: Stadtpräsident Kurt Fluri suchte ihren Rat, fuhr aber sofort selbst fort, weil er offenbar nichts von ihr erwartete. Christine Krattiger ist irgendwie nie als Gaston Barths Nachfolgerin angekommen. Und so hat sie wohl die Konsequenzen gezogen, bevor es andere tun.

wolfgang.wagmann@azmedien.ch

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