Persönlich
Die Kollapsologen

Balz Bruder
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Corona ist nicht mehr das Alleinthema – man unterhält sich auch wieder darüber, was man gerade liest. (Symbolbild)

Corona ist nicht mehr das Alleinthema – man unterhält sich auch wieder darüber, was man gerade liest. (Symbolbild)

Getty Images

Es ist wohltuend. Ja, es tut einfach nur wohl. Die Gespräche entfernen sich allmählich vom Alleinthema Corona. Es gibt wieder Menschen, die darüber reden, was sie gerade lesen. Welche Ausstellung sie besucht haben. Wo sie fein gegessen haben. Wo sie einen interessanten Laden entdeckt haben.

Gut so! Die neuerliche Ausweitung des Blickfelds – weg von der eigenen Besorgtheit und jene über andere, weg von der Klage über die Einschränkungen im gewohnten Alltag, weg vom Werweissen über das, was man Experten glauben kann und was nicht – bricht sich Bahn. Und erlaubt wieder Aus- und Einblicke, die nicht virusgesteuert sind.

Und doch: Dass das Leben wieder einmal so normal sein wird, wie es einst zu sein schien, ist nicht anzunehmen. Auch das ist gut. Denn das Leben, das wir führten, war immer so normal, wie wir es im Moment empfanden. Das war zum Glück schon vor Corona so. Und wird es auch bleiben.

Daran ändern auch die Kollapsologen nichts, für die der Zeitpunkt, das, was wir als Normalität empfanden, zu retten, längst überschritten ist. Sie bauen darauf, dass es zu einer Implosion jener Weltrealität kommt, die sich im Grunde längst überlebt hat. Ohne aber, dass die Welt dabei untergehen muss. Und wir mit ihr. Gute Aussichten an einem beliebigen Regentag im Juni, oder etwa nicht?

balz.bruder@chmedia.ch