Kommentar
Die Jagd auf Solar-Kompetenz

Der Oltner Energiekonzern Alpiq expandiert im Solargeschäft. Zu einem nicht genannten Preis hat er die Luterbacher Firma Helion Solar übernommen. Die Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Franz Schaible
Franz Schaible
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Samuel Beer, links, und Noah Heynen, Gründer von Helion Solar

Samuel Beer, links, und Noah Heynen, Gründer von Helion Solar

AZ

Spätestens seit der Atomkatastrophe vor ziemlich genau vier Jahren in Fukushima ist die Förderung von erneuerbaren Energie zur grossen Herausforderung für die Energiewirtschaft geworden. Dies findet auch Niederschlag in der Energiestrategie 2050 des Bundes, welche den Ausstieg aus der Atomenergie beinhaltet. Die grossen Stromkonzerne kommen in Zugzwang und müssen ihre bisherige Geschäftsstrategie überdenken. Der Zerfall der Strompreise trug das seine dazu bei. Praktisch alle Konzerne mussten in den vergangenen Jahren Milliarden allein auf ihren Wasserkraftwerken abschreiben.

Jetzt schreiben sich alle die neuen erneuerbaren Energien auf die Fahne. Alpiq etwa will das Dienstleistungsangebot rund um den Energiebereich ausbauen und sich auf erneuerbare Energiequellen fokussieren. So befindet sich der Konzern auf Einkaufstour und übernimmt reihenweise kleine Spezialisten mit viel Know-how im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Der Kauf der Helion Solar wird wohl nicht die letzte Akquisition sein. Bereits 2012 hat auch der Stromkonzern BKW damit begonnen. Er übernahm eine Mehrheit an der ebenfalls solothurnischen Solarfirma EES, um «die nachhaltige Präsenz im Bereich der Photovoltaik-Systeme sowie im Solar-Anlagenbau zu festigen», lautete damals die Begründung.

Die Strombarone haben offenbar zu lange damit zugewartet. Deshalb müssen sie jetzt das entsprechende Know-how zukaufen. Ziel dabei darf nicht sein, unliebsame Konkurrenz auszuschalten. Sondern es muss darum gehen, die erwachsen gewordene Solarbranche mit mehr Ressourcen weiterzubringen.