Kommentar
Die Geschichte ist noch nicht zu Ende

Balz Bruder
Balz Bruder
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Die Krankenversicherungen müssen die therapeutischen Leistungen der Ärztegesellschaft Avanti für Echte Psychotherapie und Alternative Psychiatrie nicht mehr übernehmen. (Archivbild)

Die Krankenversicherungen müssen die therapeutischen Leistungen der Ärztegesellschaft Avanti für Echte Psychotherapie und Alternative Psychiatrie nicht mehr übernehmen. (Archivbild)

hanspeter baertschi

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass das Bundesamt für Gesundheit einem Leistungserbringer die Möglichkeit zur Abrechnung über die obligatorische Krankenversicherung entzieht. Im Fall der Ärztegesellschaft Avanti, die eng mit der Kirchblütengemeinschaft verbunden ist, hat der Bund nun eingegriffen. Er tat dies nicht aus freien Stücken, sondern aufgrund einer Meldung, die eine freiberufliche Psychiaterin aus dem Kanton absetzte. Und zwar mit Unterstützung Fachgesellschaften auf schweizerischer und kantonaler Ebene.

Dass sich der Bund die Sache leicht gemacht hat, ist schwer vorstellbar. Jedenfalls liegt eine klare Empfehlung der eidgenössischen Kommission für allgemeine Leistungen und Grundsatzfragen vor. Offensichtlich ist es so, dass die Krankenversicherungsgesetz zugrunde liegenden Grundsätze der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit nicht mehr erfüllt sind. Sonst hätte es nicht zum Entzug der Leistungspflicht kommen können.

Auf einem anderen Blatt steht, weshalb es überhaupt so weit kommen konnte. Die Frage, weshalb der Kanton und das verantwortliche Departement in Bezug auf die therapeutische Tätigkeit der Ärztegesellschaft zu anderen Schlüssen gekommen ist als das Bundesamt für Gesundheit, ist eine durchaus interessante Frage. Und eine, die im Rahmen der Aufsichtsbeschwerde zu klären sein wird. Nicht auszuschliessen, dass die politischen Weiterungen der Causa noch nicht ganz absehbar sind.

balz.bruder@chmedia.ch