Lohn für PKSO-Direktor
Der Überflieger

Bei der kantonalen Pensionskasse Solothurn wurden mehrere Löhne massiv nach oben angepasst.

Theodor Eckert
Theodor Eckert
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Bei der kantonalen Pensionskasse erhalten gleich mehrere Mitarbeiter massiv mehr Lohn.

Bei der kantonalen Pensionskasse erhalten gleich mehrere Mitarbeiter massiv mehr Lohn.

Oliver Menge

Über Löhne wird nicht gerne gesprochen – also schreiben wir darüber. In Sachen Kantonsangestellte machen es uns die öffentlich zugänglichen Lohnklassen, respektive die dadurch fliessenden Franken und Rappen leicht. Im Wissen, dass unterschiedliche Tätigkeiten nur bedingt miteinander verglichen werden können, dass ein Schielen auf die Privatwirtschaft oftmals hinkt und dass es die absolute Gerechtigkeit in dieser Frage nicht gibt, löst der Fall des kantonalen Pensionskassenchefs dennoch Stirnrunzeln aus.
Eine nähere Betrachtung ist daher angezeigt.

Ausser man sitzt in der Regierung, bedeutet die Lohnklasse 31 das höchste aller Gefühle. Als Richtwert: Damit sind jährlich maximal 225 000 Franken verbunden. Dass auch der Pensionskassenchef nicht darben soll, ist selbstverständlich. Den Sprung von der bisherigen Einstufung 26 gleich in die Spitzenregion 29 zu schaffen, ist
jedoch rekordverdächtig. Ein Mitglied des verantwortlichen Ausschusses erklärt den Überflug wortreich mit der grossen Verantwortung in diesem Job sowie dem jüngst erfolgten Abgleich mit andern Kantonen.

Gründe lassen sich beinahe für alles finden. Ob sie auch stichhaltig sind, ist eine andere Frage. Urteilen Sie selbst: Der Pensionskassenchef hat zweifellos über eine hohe Summe an Vorsorgegeldern zu wachen. Unterstützt wird er dabei von einem guten Dutzend qualifizierter Mitarbeiter. Überwacht werden diese von einer vielköpfigen Verwaltungskommission und beraten von einem hochkarätigen Anlageausschuss. Wenn man zudem bedenkt, dass die Finanzmärkte eh machen, was sie wollen, ist der Direktor Pensionskasse in vieler Hinsicht entlastet. Und der Lohnvergleich mit andern Kantonen, hält der stand? Wohl nur, wenn er die eigene Argumentationskette stützt (zur Erinnerung: der Berner Stadtpräsident verdient zum Beispiel weniger als unsere Spitzenbeamten).

Nein, das soll beileibe keine Neid-Debatte sein. Es geht lediglich um den sagenhaften Lohnsprung. Er ist schlichtweg nicht nachvollziehbar. Besonders unschön fällt in diesem Zusammenhang die Nachlässigkeit ins Gewicht, dass vorgesehene Risikoprämien bei den Versicherten nicht korrekt erhoben wurden. Wenn dem Chef schon eine derart grosse Verantwortung zugeschrieben wird, dann etwa auch für diese Mindereinnahmen in Millionenhöhe?

theodor.eckert@azmedien.ch