Kommentar
Der Stadtmist in den Nationalrat

Kriegstettens Gemeindepräsident und Kantonsrat Manfred Küng bekämpft die Fusion Top 5.

Urs Byland
Urs Byland
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Manfred Küng, Gemeindepräsident von Kriegstetten, Kantonsrat, Nationalratskandidat, Winzer und Jurist, bei seinem Vortrag über den Stadtmist in Biberist. (Archiv)

Manfred Küng, Gemeindepräsident von Kriegstetten, Kantonsrat, Nationalratskandidat, Winzer und Jurist, bei seinem Vortrag über den Stadtmist in Biberist. (Archiv)

zvg

Kriegstettens Gemeindepräsident und Kantonsrat Manfred Küng bekämpft die Fusion Top 5. Als Vortragsreisender warnt er die Landgemeinden, dass sie am Ende den Solothurnern einen Grossteil ihrer Stadtmist-Entsorgungskosten zahlen werden, wenn die Fusion zustande kommt.

Warum mischt sich der SVP-Gemeindepräsident in fremde Händel, schliesslich ist seine Gemeinde keine Fusionskandidatin?

Der Gemeindepräsident und Kantonsrat ist aktuell vor allem ein Wahlkämpfer. Er steht auf der Liste der SVP Kanton Solothurn für die Nationalratswahlen. Noch hat er keine Chance, neben den beiden bisherigen SVP-Nationalräten gewählt zu werden. Aber als SVP-Nationalratskandidat braucht er nicht nur heute ein Profil, sondern auch künftig, wenn die Nachfolge des altgedienten Roland Borer zu klären ist.

Als Jurist, der sich spektakulär in der Verteidigung des Medizinhistorikers und Nationalrates Christoph Mörgeli in Szene zu setzen weiss, findet Manfred Küng immer wieder einen Paragrafen, den er zurechtbiegen kann.

Mit dem Stadtmist in Solothurn hat er ein Thema gefunden, das viele bewegt. Er präsentiert sich als Robin Hood der Bürger der Landgemeinden.

Aber sein Kalkül geht nicht auf. Sogar die Gegner einer Fusion Top 5 mögen ihm nicht folgen. In Biberist erschienen nur gerade sieben Personen zu seinem Vortrag. Die Biberister weigerten sich, vom «auswärtigen» Gemeindepräsidenten vor dessen Wahlkarren gespannt zu werden. Sie wollen auch nicht, dass die Restbevölkerung des Kantons über ihre Fusion entscheidet, wie dies Manfred Küng fordert.

Sie wollen selber entscheiden. @urs.byland@azmedien.ch

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