Feinstaub
Der Rauch verhüllt die Tatsache

Am Nationalfeiertag sind Ausnahmen erlaubt – dies gilt auch für die Feinstaub-Konzentration.

Fabio Vonarburg
Fabio Vonarburg
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Am 1.August werden unzählige Raketen in den Himmel geschossen.

Am 1.August werden unzählige Raketen in den Himmel geschossen.

Der Geburtstag der Schweiz hat vor allem zwei Zwecke: Am Morgen gemütlich auf einem Bauernhof zu brunchen und am Abend freudig Raketen und Zuckerstöcke zu entzünden. Letzteres tun Frau und Herr Schweizer sowie deren Kinder so gern, dass alle Jahre wieder die Feinstaub-Konzentration in der Nacht vom 1. auf den 2. August teils innert weniger Stunden um das Hundertfache ansteigt. Wenn man die Statistik des Bundesamtes für Polizei heranzieht, erstaunt dies nicht weiter: Alleine im letzten Jahr wurden in der Schweiz 1616 Tonnen Feuerwerkskörper verbraucht.

Doch die schlechte Luftqualität am Nationalfeiertag ist vor allem eines: die Ausnahme der Regel. Seit der Offensive von Bund und Kantonen seit den 90er-Jahren gelang es, die Tage, an denen der gesetzlich festgelegte Tagesgrenzwert überschritten wird, massiv zu reduzieren.

Dies ist aber noch nicht genug. In der Schweiz fehlt im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ein Grenzwert für die ganz kleinen Partikel, die sogenannten PM 2.5. Diese sind besonders für die Gesundheit gefährlich, da sie viel einfacher in die Lungen eintreten können, Atembeschwerden verursachen und gemäss Langzeitstudien die Sterblichkeit erhöhen.

Darum gilt es, dem Rat der Weltgesundheitsorganisation sowie der Eidgenössischen Kommission für Lufthygiene zu folgen und einen Grenzwert für die kleineren Partikelchen einzuführen. Dies schützt die Gesundheit der Bevölkerung weit mehr, als auf Feuerwerk zu verzichten.

fabio.vonarburg@azmedien.ch